Tätigkeiten, von deren Nachahmung euch ausdrücklich abgeraten sei

Gnarf. Was meinen sowieso schon bedenklichen Gesundheitszustand angeht, gesellt sich zu den Symptomen einer arg bösartigen Infektionskrankheit (Langzeitfolgen nicht ausgeschlossen) nun auch noch akuter Schlafmangel. Ich liebe diese Nächte, in denen der Schlaf, egal wie flehend und verzweifelt oder auch trotzig und gleichgültig ich ihn auch erwarte, sich einfach nicht bei mir einfinden mag. Immerhin ist mein Allgemeinwissen minimal aufgestockt worden, da ich seit fünf Stunden das ARD-Programm auf mich einrieseln lasse. Ich habe also jetzt mindestens 6 mal die Tagesschau gesehen/gehört und gefühlte 30 mal dem Wetterbericht gelauscht. Und habe peinlicherweise trotzdem keine Ahnung, wie das Wetter heute eigentlich werden soll. Nicht zu vergessen die Endlosschleife des Morgenmagazins, in dem alle zehn Minuten dieselben Themen wiederholt werden. Fast wünsche ich mir „Deutschlands schönste Bahnstrecken“ oder die vorhin von mir andächtig bestaunten „Deutschlandbilder“ zurück…

Nungut, wie es um meinen Gesundheits- und Gemütszustand steht, ist hiermit vermutlich hinreichend beleuchtet worden. Für Unterhaltung will hier ja auch noch gesorgt sein, darum ersann mein vereitertes Hirn eine grenzdebilgeniale Lebenshilfe: euch aus meiner ab und zu zum Vorschein tretenden Trottel– Tolpatschigkeit Kapital schlagen zu lassen, indem ich euch meine dümmsten Ideen der letzten sieben Tage vorstelle. Damit ihr sie nicht selber nachmachen müsst. (Außer ihr seid wie ich in einem frühkindlichen Stadium der geistigen Entwicklung gefangen, in dem man euch dreitausend mal erklären kann, dass die Herdplatte heiß ist und es verdammt weh tun wird, da draufzupatschen – ihr müsst trotzdem erst draufpatschen, um es zu glauben („Verdammt, das ist ja heieieieieiiiiiß! AUUUUUA! Meine Hand! Ich STERBE!“). Dann sei die nachfolgende Liste als Anregung für langweilige und/oder beschwipste Stunden verstanden.)

1. Sich eine „Naturnagelverstärkung“ für Arme mit Nagelkleber und Teebeuteln basteln zu wollen, ist nichts für Ungeduldige. Und schon gar nicht für Ungeschickte. (Abgesehen von Mobiliar und diversen Gebrauchsgegenständen wird auch mein Körper stellenweise von einem schmucken Cyanacrylatüberzug geziert. Die Stelle an der Rückseite des Ohres nervt ganz besonders. Und der Nackenhaardreadlock.)

2. Es ist nicht empfehlenswert, einen Wasserkocher mit Amoktendenzen längere Zeit unbeaufsichtigt zu lassen. Es sei denn, man strebt eine Dampfsauna in der heimischen Küche an.

3. Wenn man nicht gerade drei bis fünf Stunden Zeit verschenken möchte, ist es nur bedingt ratsam, Anti-Atom- oder sonstige Aktivisten anzusprechen. Und dann noch in Frageform („Hat mal wer Feuer?“ *Gesichtspalme*)…
(Bei akuten bis chronischen Vereinsamungserscheinungen im fortgeschrittenen Stadium stellt sich dies allerdings wieder in etwas anderem Lichte dar.)

4. Wenn man seinem Hund gerade eine riesige Freude macht, indem man ihnsiees die Ohren fröhlich im (Auto-)Fahrtwind schlackern lässt, sollte man ganz besonders darauf achten, den Fensterheber nicht versehentlich zu betätigen. Nichtbeachtung dieses Hinweises führt zu nie für möglich gehaltenen Röchelgeräuschen sowie Hämatomen im Halsbereich und schlimmstenfalls gar zu einer Autofensterphobie.
Beim Hund.

5. Bei einem Blickkontakt“flirt“ scheint es zu drastischen Attraktivitätsverlusten zu führen, wenn man zwischendurch trompetend ein Taschentuch bemüht (nicht ohne das Produkt seiner Bemühungen einer kurzen visuellen Analyse zu unterwerfen). Versteh einer die Männer. (Ebenso verheerende Auswirkungen hat übrigens das nonchalante Zurechtrücken eines Stringtangas, der sich in die falsche Ritze verirrt hat, oder auch das Entfernen einer halben Rolle Klopapier aus dem hinteren Hosenbund. Aber das fällt nicht mehr in die letzten sieben Tage.)

Wer den vorstehenden geistigen Dünnschiss tatsächlich komplett konsumiert hat: Mein herzliches Beileid. Als Entschädigung ein eigens zu diesem Zwecke hingerotztes liebevoll erstelltes Gifbildchen von Hund, wie sie auf Laserpointer oder zufällige Lichtreflexionen zu reagieren pflegt:

(Nicht im Bild: die erstaunlich ausdauernde Malträtierung von Fußboden oder Wänden anhand der Beißwerkzeuge)

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Über Ego

Jahrgang ’88, Mensch von Hund, Vegetarierin und Teilzeitveganerin, Piercingjunkie, Chemophobikerin (und Raucherin, wie paradox!), Mäuseköttelanspitzerin musikliebend; tierliebend; foto(gra)fierend; kompliziert simpel; realistisch, optimistisch, pragmatisch pessimistisch; hibbelig; (un)geduldig; links, rechts, geradeaus und rückwärts

8 Gedanken zu „Tätigkeiten, von deren Nachahmung euch ausdrücklich abgeraten sei

  1. Ich schmeiss‘ mich weg. Danke, dass Du mich davor bwahrst, diesen Wahnsinn selbst auszuprobieren. Und: Erfreulich das Du noch lebst. Wie stehen die Chancen? Gute Besserung! (Lange Mail kommt später, versprochen.. ^_^ )

    • Ohweh, wie macht man das dann bloß mit der Mülltrennung?
      Bitte, ich helfe doch immer gerne in lebenspraktischen Problemfragen.
      Hach, endlich mal eine fürsorgliche Seele, dankeschön. 🙂 Aufgrund des Schlafmangels scheinen weitere Hirnareale abgeschaltet zu sein, eine realistische Beurteilung meiner Lage ist mir derzeit noch viel weniger möglich als sonst schon.
      (Und mit der Mail mach dir mal bloß keinen Stress, ich brauch‘ auch gern länger zum Antworten – und mit „länger“ mein‘ ich nicht nur Minuten oder Stunden, wie du ja schon weißt.)

  2. Ich hab selbst total leichten Schlaf. Wenn ich dann auch noch weiß, dass ich früh aufsteh und es schon soundso spät ist und die Uhr immer weiterläuft und der Wind pfeift oder die Katze schnarcht oder mein Freund furzt…..

    kurz: Ich hab mir leichte Schlaftabletten besorgt und bin seither happy darüber. Die Besorgung ist zwar nervig und peinlich, weil man dem Apotheker in die Augen schauen muss und ihm vermitteln muss, dass man weder selbstmordgefährdet noch schwerstdepressiv ist. Sondern dass man einfach manchmal nicht einschlafen kann. Und dass man über die Nebenwirkungen und das Suchtpotential Bescheid weiß. Ja…die Besorgung ist echt nervenaufreibend. Wär ich Selbstmordgefährdet, würde mich das umbringen (Achtung: Witz!).

    Aber sie helfen und sie beruhigen meine Nerven, wenn ich sie da hab, sodass das manchmal schon reicht.

    • Suchtpotenzial? Dann sind die aber hoffentlich verschreibungspflichtig, oder? O.ô (Und wie heißt das Mittel? Nein, nicht zum Nachkaufen, aber ich bin pharmazeutisch neugierig.) Ich hab‘ auch mal ’nen Versuch gemacht mit „richtigen“ Schlafmitteln. Das hat bei mir aber paradox gewirkt und mich völlig kirre gemacht (und zu künstlerischen, weltverändernden, absolut revolutionären Höchstleistungen getrieben – die sich am nächsten Tag als Dadaismus entpuppten). Mittlerweile hab‘ ich was Harmloseres, das aber meistens ganz gut funktioniert. Nur manchmal nicht – wie eben in jener Nacht.
      (Hält dein Freund eigentlich auch im Schlaf kurz die Luft an vorm Pups?)

  3. Ja, aufgeputscht haben mich auch schon mal verschriebene. Das fand ich auch so paradox, dass ich die Finger davon gelassen habe. Da war auch plötzlich alles lustig und ich wollte nur noch Partyyy.
    Und weil Schlafmittel seltsamerweise auch diese Nebenwirkung haben können, können sie auch süchtig machen. Wie auch Nasensprays, Hustensaft…eigentlich alles.
    Meine sind frei verkäuflich und heißen Sedopretten. Erst dacht ich enttäuscht „die wirken ja gar nicht.“, weil ich nicht müde wurde. Aber sobald ich das Licht lösche und mich richtig aufs Schlafen einstell, bin ich schneller eingeschlafen als sonst. Und ich schlafe auch besser durch.

    Mein Freund pupst ohne Vorwarnung, dafür röcheln die Katzen beim Schnarchen oft und hören dann abrupt auf, sodass man denkt, jetzt seien sie erstickt. Hier nimmt keiner Rücksicht auf meine nervösen Zustände! O_o

    • Schon heftig, bei wievielen Leuten Schlafmittel so verquer wirken. Hab‘ ich jetzt schon echt oft gehört. Ich glaube aber nicht, dass das Abhängigkeitspontezial von der möglichen paradoxen Wirkung kommt, sondern eher, dass beides auf der „Heftigkeit“ (also des Eingreifens in die Hirnchemie) des Wirkstoffs beruht.
      Ach, man sollte mit allen Mittelchen vorsichtig sein, egal wie frei verkäuflich die sind. Lustig find‘ ich ja, dass irgendwie alle frei verkäuflichen Schlafmittel, von denen ich bisher gehört habe, ursprünglich als Antihistaminika gedacht waren (wenn sie denn nicht pflanzlich sind) und man dann gemerkt hat „Ach, das macht dösig? Nehmen wir’s halt als Schlafmittel her“. Deins kann übrigens halluzinogen wirken (das erklärt dann auch die Schwierigkeiten beim Kauf), das kann meins nicht, obwohl’s verschreibungspflichtig ist. Aber das ist auch gut so.

      Das ist ja schon dreist, die gehören allesamt diszipliniert! (Ich hab‘ das nur mal bei jemandem mitgekriegt, dass der vorm Pupsen im Schlaf die Luft angehalten hat, das hat mich total fasziniert. Ich bin seltsam, ich weiß.)
      Mein Hund rennt nur manchmal im Schlaf, aber damit kann ich leben. Und sie auch. Vor ’ne Wand gerannt ist sie jedenfalls noch nicht.

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