[Mach’s dir selbst] Stamping – Wie geht das eigentlich?

Nachdem ich mich gestern wieder angezogen hatte (und den Blutfluss am Tragus gestoppt hatte), habe ich mich doch tatsächlich gleich daran gemacht, Bilder für eine Stamping-Anleitung zu schießen. Die sind natürlich wie immer mäßig, aber hübsche Fotos würden meine Leserschaft auch nur irritieren (denk‘ ich mir so…). Wie immer sind die anklickbar und werden dann – wie durch ein Wunder – größer. Ui.

Wir brauchen jedenfalls:
Wattepads mit Nagellackentferner, eine Stampingschablone (hier die Konad m65), einen geeigneten Lack (dazu später mehr, hier jedenfalls schwarzer Stampinglack von essence), einen Schaber und einen Stempel (beides Konad in meinem Fall). Außerdem empfehle ich eine Unterlage.

Und los geht’s:

Lack auf die nackte Schablone schmeißen (na gut, pinseln geht auch – macht aber weniger Spaß). Es reicht völlig, ca. die Hälfte des Motivs zu bedecken. Wenn ihr aber unsicher seid – es schadet auch nicht, das ganze Motiv einzuschmieren.

Jetzt eine wundertolle Animation, um über die miserable Bildqualität hinwegzutäuschen (grr, technische Probleme, anklicken sollte die Animation dann doch noch sichtbar machen):

Hier wird also der Lacküberschuss mittels Schaber entfernt. In welchem Winkel man genau den Schaber aufsetzt, ist Geschmackssache. Ich empfehle, den Lack möglichst weit wegzuschieben, ruhig bis auf die Unterlage, da man sonst ’nen dicken Flatschen mit auf den Stempel nimmt.

So sollte das dann in etwa aussehen:

Jetzt kommt der Stempel zum Einsatz:

Wieviel Druck man dabei ausüben muss (manchmal ist weniger tatsächlich mehr), ist stempelabhängig und wird am besten durch ausprobieren herausgefunden. Relativ empfehlenswert scheint jedenfalls eine Rollbewegung zu sein.

Mal kurz gucken, ob auch das ganze Motiv am Stempel hängengeblieben ist…

…Passt.

Und auf den Nagel damit:
Auch hier wird gerne gerollt (in diesem Fall also der Stempel über den Nagel), aber man kann den Stempel auch einfach von oben draufdrücken. Bei diesem Schritt muss man den Druck nicht so genau „dosieren“ wie beim Übertrag von Schablone auf Stempel.

So sieht das dann aus:
Achja richtig, ich hatte meine Nägel vorher schon lackiert (mit „No more drama“ von essence). Das muss nicht sein, aber ich für meinen Teil find‘ Stamping auf Naturnagel einfach nicht so schön.

Wer schmutzige Finger schlimm findet, guckt jetzt besser mal schnell weg.

Nachdem man seine Fingerchen gereinigt hat und Überlack aufgetragen hat, hat man in etwa dieses Ergebnis:


Warum Überlack?

Der Überlack soll das Stamping schützen. Vor allem aber gibt er Glanz zurück, da die gestempelten Farben oft etwas „matt“ wirken.
Das Auftragen von Überlack ist aber auch etwas knifflig, da Verschmiergefahr besteht. Daher empfiehlt es sich, den Überlack sehr großzügig aufzutragen und den Pinsel nicht mehrmals über dieselbe Stelle zu bewegen. Langes Pausieren zwischen stempeln und „versiegeln“ halte ich übrigens für unnötig, da die hauchdünne Schicht des Stampings sehr schnell trocken wird. Ich trage den Überlack sofort auf, wenn ich alle Nägel bestempelt habe. Welche Überlacke gut oder schlecht sind, kann ich nicht sagen. Für mich funktioniert der „quick dry top coat“ von essence jedenfalls sehr gut.

Wofür die Wattepads?
Zum Reinigen. Oft hat man auf dem Stempel noch Reste des Motivs (zumindest auf meine Nägel passt kein ganzes Motiv), die man vor dem nächsten „Durchgang“ schnell abwischt. Auch der Schaber kann zwischendurch mal eine Reinigung gebrauchen. Wie oft man die Schablone während des Vorgangs säubert, sollte man wieder durch ausprobieren herausfinden. Für den Anfang ist es aber sicher nicht verkehrt, sie nach jedem Nagel zu reinigen, da man damit eine Fehlerquelle eliminiert.

Die Wahl des Motivs
Es gibt nicht nur Ganznagelmotive, sondern auch Kleinere (ein einzelnes Blümchen oder was auch immer). Womit man am besten anfängt, ist wieder Geschmackssache. Ich hab‘ mich erstmal an den Minis versucht, weil ich der Meinung war, die müssten ja wohl einfacher sein. Und bin kläglich gescheitert. Ganznagelmotive funktionierten hingegen auf Anhieb. Andere berichten aber genau das Gegenteill.

Die Wahl des Lackes
Es gibt spezielle Stampinglacke, die dickflüssiger und besser pigmentiert sind. Die braucht man aber nicht unbedingt. Da es wohl wenige deckende weiße Lacke gibt, und schon gar nicht im Drogeriebereich, ist der weiße Stampinglack von essence aber eine Empfehlung wert. (Der Schwarze tut’s übrigens auch, aber mein normaler schwarzer Uraltlack macht den Job genau so gut.) Prinzipiell ist jeder Lack, der nach einer Schicht (normalen Auftrags auf dem ganzen Nagel) schon weitestgehend deckt, ein heißer Kandidat zum Stampen.
Andersrum eignet sich ärgerlicherweise auch nicht jeder speziell dafür entwickelte Stampinglack auch wirklich zum Stampen. (Ich habe beispielsweise einen Güldenen von Konad – der ist nahezu unsichtbar auf allen Farben, auch auf schwarz.)
Hier gilt wieder: Probieren geht über studieren.

Die Wahl von Stempel, Schaber…
Diese gibt es mittlerweile von diversen Herstellern, selbst in 1-€-Läden wurden offenbar schon Billig-Stamping-Sets gesichtet (und getestet und für Mist befunden, wenn ich mich recht entsinne). Halbwegs brauchbar scheint das essence-Set zu sein, diese Angabe aber ohne Gewähr. Ich habe Beides von Konad und bin zufrieden. Es soll aber von anderen Herstellern noch viel tollere Stempel geben und statt eines Schabers benutzen viele gern ausgediente Kundenkarten oder Ähnliches.
…und Schablone
Auch die gibt es von etlichen Herstellern. Ich habe bisher nur Erfahrungen mit Konad-Schablonen (und einer von essence) – ich find‘ die super, längerbekrallte Damen beklagen sich aber darüber, dass die Ganznagelmotive zu klein seien.

Wahnsinn, ich will das auch, wo werd‘ ich jetzt mein Geld los?
Konadzeug gibt’s hier recht günstig. Bundle Monster Schablonen sind auch recht beliebt, müssen aber aus Amiland bestellt werden. Magno Nails haben ebenfalls massenweise Schablonen im Angebot und Dashica (niederländischer Shop, darum zum Teil Sprachmurks) auch.

Ich hoffe, ich konnte alle Unklarheiten beseitigen. Wahrscheinlich nicht. Darum einfach nachfragen bei „Hä, wie jetzt?“s im Hirn.

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Über Ego

Jahrgang ’88, Mensch von Hund, Vegetarierin und Teilzeitveganerin, Piercingjunkie, Chemophobikerin (und Raucherin, wie paradox!), Mäuseköttelanspitzerin musikliebend; tierliebend; foto(gra)fierend; kompliziert simpel; realistisch, optimistisch, pragmatisch pessimistisch; hibbelig; (un)geduldig; links, rechts, geradeaus und rückwärts

10 Gedanken zu „[Mach’s dir selbst] Stamping – Wie geht das eigentlich?

  1. Endlich habe ich das System mal kapiert. Ich saß immer da und sabberte und wunderte mich, wie das wohl gehen kann – jetzt weiß ich’s. Sehr cool, vielen Dank! Das zu lesen hat sehr viel Spaß gemacht. Und natürlich Lust auf’s Nachmachen..

    • Gerne doch. 🙂 Hab‘ ich sogar extra für dich gemacht.

      Mir ging’s auch so, als ich vor ein paar Jahren das erste Stampingset im Laden erblickte, dachte ich erst „Ach so ein Blödsinn, das kann doch nie im Leben funktionieren, dass man sich da so ’ne starre Schablone über den Nagel rollt“.^^

  2. Wahnsinn, ich will das auch! Geht das auch für Grobmotoriker?

    Ich hatte übrigens eben keine Brille auf und den Stempel aus dem Augenwinkel für einen abgetrennten Finger gehalten, auf den zweiten Blick wurde mir aber schnell klar, dass es sich um ein „Massagegerät“ für die Dame handelt… da haben die Hersteller mit ihrem Farbkonzept ganze Arbeit in meinem Kopf geleistet.

    • Ja, das geht auch für Grobmotoriker. Daher auch meine Begeisterung dafür. Endlich mal ‘ne Möglichkeit für Ungeschickte, hübsche Designs auf die Nägel zu kriegen. Aaaallerdings, bevor ich hier zu hohe Erwartungen wecke: Die allerersten Versuche werden selten toll. Aber wenn man ein bisschen dranbleibt, klappt’s dann ziemlich schnell. Ist von Person zu Person unterschiedlich, ich fand’ aber schon meinen zweiten oder dritten Versuch ganz gelungen. Ein kleines bisschen Geduld sollte man also schon mitbringen.

      Ich hatte zwar wirklich schon überlegt, hier auch Erwachsenenspielzeug vorzustellen, aber ich glaub’, das lass’ ich lieber, sonst besteht meine Leserschaft bald nur noch aus dauerwichsenden 14jährigen. Insofern: Keine Angst, dieser Blog bleibt keusch. Jedenfalls glaub’ ich das.

      • Klingt gut, vllt schaff ich mir erstmal ein Billigset an, damit ich dann nicht allzu enttäuscht bin, falls ich nur hässliches fabriziere und steiger mich dann wenn Hoffnung besteht.

        Das mit den 14jährigen kannst du haben, allein meine Suchwortstatistiken nachdem ich über eine Fettwegstrumpfhose geschrieben hab, waren fsk 18. Schade eigentlich, das wäre sicher unterhaltsam. Kann man nicht eigentlich auch Posts mit Passwort schützen? Hatte auch mal mit dem Gedanken gespielt was zu Problemen bei der Bikinihaarentfernung zu schreiben, es mir dann aber verkniffen…

  3. Danke für die Anleitung – wenn ich von essence endlich dieses Stamping Kit irgendwo finde, werde ich es mir kaufen. Aber es scheint permanent ausverkauft zu sein 😦

  4. @Cupcake: Guter Plan. Aber du solltest drauf achten, dass die Schablone(n) vernünftig ausgefräst/gelasert ist. Und wenn der Schaber schief ist und du nicht den ganzen Lacküberschuss wegkriegst, ist das auch doof (dann halt ’ne Plastikkarte nehmen). Nicht, dass du dir mit dem Billigkram erst recht den Spaß dran verdirbst, weil’s so schlecht produziert ist, dass man damit gar nix hinkriegen kann.
    Das mit der Strumpfhose schockiert mich ja ein bisschen. Ich mein, das war doch ’ne Funktionsstrumpfhose, die Bilder dazu waren jetzt auch nicht grad „aufreizend“… Hm. Menschen sind seltsam.

    @Kim: Oh, das ist ja Mist. Viel Erfolg bei der Suche. (Vielleicht gibt’s das ja auch bei eBay oder so.)

    @hellokittie: Haha, pass auf, ich merk‘ mir das. 😉

  5. Aha, da hatte ich die blöde Stampingfrage gestellt und einige Posts später wär die Antwort eh gekommen *vor den Kopf klopf* .. dann sind so Nachteile, die man als nachholende Leserin hat.
    Aber zum Thema:
    das ist ja doch komplizierter als erhofft. Das muss (und kann ! positiv denken !) ich mir für mein Leben nach den Kindern aufsparen. Heute hab ich mal 8 Nägel lackiert (die kleinen Finger sind zum Nuckeln, die bleiben frei), und selbst das Simple Zeug ist schon wieder verwischt, weil ich keine 10 min. ruhig halten kann, die Fingerchen. Oder auch die falsche Farbmenge auftrage, na wer weiß. Und : was soll’s 🙂

    • Es sieht erstmal kompliziert aus, ist es dann aber nicht mehr. Trotzdem natürlich ein Mehraufwand, ganz klar.
      Und das mit dem Stillhalten ist auch echt ein Problem, das kenn‘ ich nur zu gut. Wobei es relativ aushaltbar wird, wenn ich die Zeit am PC verbringe. Aber wehe, irgendwas stört die Routine und ich muss mich umziehen oder solche Scherze, dann ist auch schnell alles hin. Insofern: Ja, ich kann sie gut nachfühlen, die Lackierschwierigkeiten. 😉

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