Haargedöns Teil I: Reinigung

In Ermangelung besserer Ideen und weil es mich so massiv anödet, nur über Nagellack zu schreiben, tue ich heute so, als wäre das hier ein informativer Blog. (Lacht nur, euch werd‘ ich’s schon noch zeigen.) Und befasse mich mit einem Thema, das im Leben jeder Frau eine nicht unerhebliche Rolle spielt. Nein, nicht so profane Dinge wie „Karriere oder Hausfrauentum?“ oder „Will ich wirklich meinen Uterus in die Dienste der Arterhaltung stellen?“. Alles Kinderkacke. Hier geht es um erheblich Bedeutenderes als das. Nämlich Wäsche, Pflege und sonstige Behandlung der Kopfbehaarung. Jawohl. Irgendwer muss sich ja auch mal um solch schwierige Themen kümmern. Aber dafür habt ihr ja mich.
Jetzt mal wieder etwas ernster: Ein bisschen schwierig ist dieser Bereich tatsächlich, da für jeden etwas Anderes funktioniert. Ich kann und werde also keine Ansprüche auf Allgemeingültigkeit stellen, sondern euch schlicht und einfach mein Arsenal an Haarprodukten vorstellen und erzählen, wie sich das in meinem Schopf so schlägt. Dazu sei gesagt, dass ich feines Haar habe, das sehr plätteanfällig ist und trotz regelmäßigem Färben (meist PHF, alle drei Monate aber auch Chemiecoloration) nicht viel Pflege zu brauchen scheint. Meine Kopfhaut ist gänzlich unempfindlich und würde wahrscheinlich nicht einmal Alarm schlagen, wenn ich sie mit Kernseife und ’nem Schrubber bearbeiten würde. Schuppen hab‘ ich keine, die Talgproduktion schätze ich als normal (mit minimalem Hang zur Überproduktion) ein. Priorität für mich ist also: Sauber kriegen, ohne dass zu viel Farbe flöten geht und pflegen, aber bitte auf gar keinen Fall beschwerend. Wer also knirschtrockene, evtl. noch krause Haare oder ’ne ganz sensible Kopfhaut hat, der kann vermutlich wenig Nutzen aus dem folgenden Geplänkel ziehen. Aber sei’s drum, ich tu’s mir und euch denoch an.

Beginnen wir mit der Haarwäsche:
(Die Links sollten euch zu den Inhaltsstoffen führen, wenn sie’s nicht tun, bitte meckelden.)
1. Alverde Volumen-Shampoo Olive/Henna riecht irgendwie zitrusartig, ist farblos und reinigt meine Haare gründlich und macht sie quietschsauber, scheint aber bei mehrtägiger Anwendung eine Art „Film“ aufzubauen (möglicherweise durch das Henna?) und zugleich meine Spitzen derb auszutrocknen. Da ich aber sowieso bei jeder Haarwäsche ein anderes Shampoo benutze, ist das für mich nicht weiter schlimm. Allerdings habe ich es im Verdacht, Farbe zu ziehen – da bin ich mir aber nicht sicher. Habe ich schon oft nachgekauft, wird aber vermutlich verdrängt durch:
2. Alverde Men Shampoo riecht nach Kräutern, haut einem aber nicht gleich ’nen ganzen Kräutergarten um die Nase (soll heißen: eher dezent), ist leicht gelblich, aber immer noch transparent und derzeit mein Lieblingsshampoo. Denn es reinigt wirklich gründlich und lässt meine Haare mit dem Spiegel um die Wette glänzen. Wird ziemlich sicher nachgekauft.
3. Alverde Anti-Schuppen-Shampoo Heilerde sieht aus wie matschiger, dünnflüssiger Schnodder und riecht irgendwie mandarinig. In der Solo-Anwendung brauche ich rauhe Mengen davon, um alle Haare sauber zu kriegen, weil es so dünnflüssig ist und kaum schäumt (für mich ist Schaum nicht einfach nur eine Frage der Optik/Haptik, sondern auch der Verteilbarkeit – was viel schäumt, krieg‘ ich besser verteilt, weil mehr Masse und so). Es reinigt dann auch, hinterlässt aber ein ganz eigenartiges Haargefühl – im nassen Zustand in etwa so wie die Plastikhaare einer Barbiepuppe. (Was ich aber gar nicht so schlecht finde, weil ich das einfach mal frei als Trockenheitsgefühl interpretiere und endlich endlich wieder einen Vorwand habe, meine Haare mit Kur oder Spülung zu „verwöhnen“ – was sie ja eigentlich gar nicht brauchen/mögen.) Besser handhaben lässt es sich, wenn man es mit anderen Shampoos mischt. Eher kein Nachkaufkandidat, evtl. aber doch als Pflegealibi.
4. Alverde Sensitiv-Shampoo Birke/Salbei ist zwar farblos, aber eher milchig denn transparent, riecht eher herb, aber fragt mich bloß nicht, wie denn nun genau. Wie es sich bei sensibler Kopfhaut anstellt, kann ich nicht sagen. Bei meiner jedenfalls ist es einfach ein 08/15-Shampoo: macht sauber genug, beschwert nicht/nur sehr wenig, macht aber sonst auch nichts Besonderes. Wird nicht nachgekauft, dazu gibt’s einfach zu viel Anderes, das ich gerne testen möchte.
5. Sante Glanz-Shampoo Orange & Cocos ist farblos und transparent mit einem minimalen Orangestich, riecht wieder zitrusartig (Kokos kann ich da leider überhaupt nicht erschnuppern). Reinigt ebenfalls sehr gut und bringt meine Haare zum Quietschen. Auch der versprochene Glanz ist wirklich phänomenal. Wird mit größter Wahrscheinlichkeit nachgekauft.
(Aber ein Problem hab‘ ich mit der Marke, weil meine innerkopfliche Vorlesestimme immer irritiert ist, wie sie denn nun ausgesprochen wird. Bei „Santé“ wäre es klar, französisch und mit Betonung auf der letzten Silbe. Aber „Sante“? Deutsche Aussprache mit Betonung auf der ersten Silbe und halbverschlucktes e? Das klingt doch total doof. Hat jemand ’nen Alternativvorschlag?)

Bezugsquelle aller Shampoos war für mich der örtliche DM, Alverde gibt es nur dort, weil Eigenmarke, Sante könnte aber auch noch sonstwo in der Weltgeschichte rumschwirren. Obwohl allesamt Naturkosmetik, schäumen die Shampoos (bis auf Nr. 3, die Heilerde-Geschichte) genau so gut, wie ich es von „konventioneller“ Kosmetik gewohnt bin. (Ehrlich gesagt bin ich eh noch nicht wirklich Zeugin des „Weniger-Schaum-bei-NK-Produkten“-Phänomens geworden.) Die Preise weiß ich nicht mehr, aber Alverde ist ja bekanntermaßen im günstigen Preissegment unterwegs, und das Sante-Shampoo war auch nicht wesentlich teurer.

Jetzt hab‘ ich mich selbst dermaßen müde gefaselt, dass das restliche Haargedöns (Spülungen/Kuren/Sonstiges) in den nächsten Tagen folgen wird. Ob’s nun wen interessiert oder nicht, ich brauch‘ einfach mal ein bisschen Abwechslung von den ständigen Nagellackartikeln.
So. Noch jemand Freund der Alverde-Shampoos? Oder doch lieber „hochwertigere“ Naturkosmetik fürs Haar? Oder gleich der Cent-Kram aus Aldi/Lidl & Co.?

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Über Ego

Jahrgang ’88, Mensch von Hund, Vegetarierin und Teilzeitveganerin, Piercingjunkie, Chemophobikerin (und Raucherin, wie paradox!), Mäuseköttelanspitzerin musikliebend; tierliebend; foto(gra)fierend; kompliziert simpel; realistisch, optimistisch, pragmatisch pessimistisch; hibbelig; (un)geduldig; links, rechts, geradeaus und rückwärts

10 Gedanken zu „Haargedöns Teil I: Reinigung

  1. Saaaaaaaante. Ich sag immer „Santé!“, als würde man mit einem Champagnerglas anstoßen. Hmmm.. Mein Favorit sind das „Jojoba Care“ Shampoo und die berühmte „Brilliant Care“ Spülung. Letztere riecht wie vergorenes Kokosöl (würg), aber die Kombi macht sogar meine Fransen ertragbar. Alverde vertrag ich leider nicht, aber meine Kopfhaut ist auch eine Zicke. Leider. Sei froh‘, das Du da nicht leidest.. Bei soviel Fäberei hätte ich übrigens keine Haare mehr. Ich hab einmal Strähnchen gehabt (mit 17!) und das jahrelang bereut. Nie wieder. Dann lieber Straßeköterfarbig..

    • Jaja, die ganzen „Cares“ verkneif‘ ich mir immer, auch wenn ich schon mehrmals die legendäre „SBC“ in der Hand hielt. Aber bisher hat doch immer noch die Vernunft gesiegt (Alverde-Spülungen hab‘ ich trotzdem drei Stück… da hat die Vernunft ausgesetzt).
      Alverdeshampoos scheinen tatsächlich nicht so toll für empfindliche Kopfhaut zu sein, les‘ ich immer wieder. Und ich bin auch wirklich froh, dass meine Kopfhaut + Haare da so unkompliziert sind. Bis auf den Augenbereich (ich klagte ja schonmal darüber) scheint sich das wie ein roter Faden durch meine gesamte Physiologie zu ziehen: grundsätzlich schwächlich, aber trotzdem schwer durch äußere Einflüsse zu beeindrucken. Trotzdem bin ich jetzt passend zu meinem Blumenkinddasein hauptsächlich auf pflanzliche Färberei umgestiegen – viel schonender, aber leider erreiche ich damit nicht meine Wunschfarbe, darum darf mir vierteljährlich doch noch die böse Chemocoloration auf den Schopf.
      Vielleicht wär‘ das ja was für dich, da gibt’s auch Farben von Saaaaaante. 😉

  2. Das Heilerdezeug verteilen: Hölle. Seit meine Frisöse sagte mein Haar fühle sich an als würde ich Alverde Shampoo nutzen, steh ich ja irgendwie auf Kriegsfuß damit. Kannst du ein gummiartiges Zurückschnellen feststellen, wenn du die Haare nach unten ziehst?

    • Ui, das ist ja mal ein Mega-Kompliment für Alverde, dass es sich schon rumgesprochen hat, wie viele Schöpfe die so zerstören. O.ô Bei so einer Bemerkung würd‘ ich dann wohl auch lieber die Finger davon lassen. O.ô
      Äh nee, ich hab‘ ’ne halbe Ewigkeit an meinen Haaren rumgezerrt, aber da tut sich nichts. Ist das jetzt gut oder schlecht? (Einerseits denk‘ ich da an „Elastizität“ und solche Geschichten – andererseits kommen mir meine Haare eher „gesund stabil“ vor. Klär‘ mich auf, bevor ich Angst kriege.)

      • Keine Angst, das ist gut, du gehörst nicht zu den Alverde Gummihaaropfern! Meine Frisöse hat es mir in nassem Zustand in Ansatznähe (also nicht Spitzen) demonstriert, dass sie tatsächlich nachgeben, wenn sie sie nach unten zieht. Man will wohl aber lieber stabil als elastisch im Gummibandsinne.Sie meinte außerdem die Haare würden sich belegt anfühlen, ich strebe jetzt eine Tiefenreinigung an, muss mir nur noch den passenden Stoff dafür zulegen. Die Gute ist übrigens eine befreundete Frisöse, die mir nicht krampfhaft überteuerte „Profi“shampoos mit Silikon andrehen will.

      • Hm na gut, ich hab’s zwar im nassen Zustand getestet, aber nur an den Enden. Wobei die ja meistens kaputter sind und demzufolge mein Ansatz erst recht keine Gummikonsistenz aufweisen dürfte. Hoffe ich. O.ô

        Zur Tiefenreinigung kann ich übrigens Natron (=stinknormales Backpulver) empfehlen. Einfach ein oder zwei Teelöffel mit ’nem Shampooklecks verrühren und ganz normal waschen. Aber klar, Spezialshampoos gibt’s dafür natürlich auch. Ist aber eigentlich unnötig.
        Jedenfalls wünsch‘ ich deinen Haaren gute Besserung. Das mit der Friseurin als Freundin ist natürlich echt praktisch, sowas will ich auch.^^

        (Tut mir übrigens sehr leid, dass ich in letzter Zeit nicht mehr bei dir kommentiere – ich hab‘ schon ganze Romane geschrieben, aber irgendwas in der Übertragung hakt. Hab‘ ich derzeit bei mehreren Blogs, erst dachte ich, blogspot wäre schuld, aber das kann’s nicht sein, weil ich bei manchen Blogspotblogs ganz normal kommentieren kann. Jeeeedenfalls les‘ ich fleißig und irgendeines schönen Tages kann ich hoffentlich auch wieder kommentieren.)

  3. Ich glaub fest daran, dass deine Haare heil sind 😉 Meine sind aber scheinbar auch nicht zu schlimm dran, die Frisösenfreundin kann jedenfalls keinen Spliss oder so feststellen. Ich werd das mit dem Reinigen mal testen.. mit Natron also? Das hab ich glaub ich sogar Zuhause, vielleicht trau ich mich morgen, hoffe nur das hat keinen Einfluss auf die Farbe? Soll das nicht auch Zähne bleichen oder verwechsel ich da grade was?
    Das mit dem Kommentieren ist ja komisch bis doof, glaub da wurde was umgestellt, viele haben das doch jetzt so, dass man direkt auf einzelne Kommentare antworten kann. Vielleicht liegt da der Fehlerteufel. Ich werde observieren….

    • Ja, ich hab‘ auch immer fest daran geglaubt, dass meine Haare heile sind – bis eine Frisörin nach jahrelanger Friseurabstinenz meinerseits fast hintenrüber gefallen ist.^^ Allerdings hatte ich da noch 30 oder 40cm mehr Haarlänge, also jetzt dürfte eigentlich alles paletti sein, so einigermaßen wenigstens.
      Nee, das siehst du schon richtig, dass man damit angeblich auch die Zähne aufhellen sollen kann (weiße Wäsche übrigens auch^^) – wobei das darüber läuft, dass Verfärbungen damit weggeschmmirgelt werden sollen (und der Zahnschmelz gleich mit), es wird also nicht der Zahn an sich gebleicht, sondern nur abgerubbelt. Bei Haaren kann das meines Wissens nach auch Farbe ziehen – aber das ist auch bei jedem Peelingshampoo so. Also eigentlich alles, was gründlich reinigt, kann auch Pigmente mit entfernen. Ich mach‘ diese Natronwäsche nur selten, konnte aber nie ’ne eklatante Farbverblassung feststellen – wobei ich da auch ein bisschen blind bin. Aber das Risiko besteht, ja. Aber eben auch bei allem Anderen, was „grundreinigen“ soll. Ebenso wie ’ne gewisse Austrocknung übrigens.

      Achso, die Kommentarantwort ist neu bei euch? Ja, mag daran liegen. Aber ich bleib‘ einfach hartnäckig und versuch’s immer wieder. 😉

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