[Tag] Gute Seiten, schlechte Seiten

Ich bin zurück aus dem Exil. Familie Topf hat sich mittlerweile wieder beruhigt. So kann ich mich also wieder ohne größere Gefahr für Leib und Leben in meiner Wohnung und auch am Computer aufhalten. Und habe mich mal wieder an der weltweiten Tagbar bedient (der genaue Fundort war schräg links über dem Handtaschentag, in der Laquediction-Schüssel) und den „DOs und DON’Ts beim Bloggen“-Tag mitgeschleppt. Oder auch „Wie Blogger (bei mir persönlich) Plus- und Minuspunkte sammeln können“.

PLUS-Punkte:

  • Respekt gegenüber der deutschen Sprache. Oder auch „Die deutsche Rechtschreibung ist Freeware, du darfst sie kostenlos nutzen – sie ist aber nicht Open Source, d. h. du darfst sie nicht verändern oder in veränderter Form veröffentlichen.“ Mal ein Tippfehler kommt vor, mal eine kleine Fehlschreibung ist auch nicht das Problem, aber wenigstens Groß-/Kleinschreibung und Satzzeichen sollten Anwendung finden. Dazu noch Grundkenntnisse von Grammatik und Rechtschreibung, und es besteht die Chance, dass ich Leser werde.
  • Interaktion mit den Lesern. In welchem Ausmaß, kommt natürlich auch auf die Anzahl der Kommentare an, aber wenigstens auf Fragen sollte früher oder später geantwortet werden. Besonders klasse finde ich es aber, wenn man merkt, dass der Blogger sich wirklich Mühe gibt und auf jeden Kommentar wenigstens kurz reagiert.

MINUS-Punkte:

  • Layout. Man muss kein Grafikdesigner sein, um begreifen zu können, dass neonorange auf weiß nicht gut lesbar ist, dass zehn verschiedene Schriftarten zur optischen Verhackstückung führen und dass man bei vollgestopften blinkenden Sidebars den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. HTML, CSS & Co. bieten vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten, die man aber bitte nicht alle gleichzeitig nutzen sollte.
  • Postinginhalt. Der sollte wenigstens teilweise vom Blogger sein und nicht gänzlich nichtssagend. Heißt: Ein Blog, der zu 90% aus LE-Ankündigungen (natürlich einfach nur kopiert, ohne den kleinsten eigenen Kommentar), Gewinnspielteilnahmen oder Ein-Satz-Postings („Hey ihr, mir ist grad langweilig!“) besteht… mag als Tagebuch funktionieren, braucht sich aber nicht zu wundern, wenn keine Leser kommen.
  • Fotos. Ich plädiere nicht dafür, dass nur Fotografen bloggen dürfen, aber vollkommen unscharfe, verpixelte, winzige Handyfotos empfinde ich als Zumutung. Noch schlimmer ist nur das Bilder-Zusammenklauen (Indiz: die meisten Fotos verpixelt und für die Tonne, dazu aber ein ästhetisch sehr hochwertiger Header o. Ä.).

Diesen Tag mag sich nehmen, wer dazu lustig ist – oder in den Kommentaren ergänzen oder was auch immer. Ich muss jetzt erstmal den Weg vom hohen Ross runterfinden…

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Über Ego

Jahrgang ’88, Mensch von Hund, Vegetarierin und Teilzeitveganerin, Piercingjunkie, Chemophobikerin (und Raucherin, wie paradox!), Mäuseköttelanspitzerin musikliebend; tierliebend; foto(gra)fierend; kompliziert simpel; realistisch, optimistisch, pragmatisch pessimistisch; hibbelig; (un)geduldig; links, rechts, geradeaus und rückwärts

6 Gedanken zu „[Tag] Gute Seiten, schlechte Seiten

    • Mein Urlaub war schön, danke der Nachfrage. 🙂 Die pixeligen Handyfotos sind allerdings so grandios geworden, dass ihr bei deren Anblick erblinden würdet und bleiben darum unter Verschluss. Bis mindestens Kapitel neunundzwanzig meines Ästhetikseminars.

  1. Ich will auch Urlaubsphotos!

    Der „Rechtschreibung = Freeware ist nicht gleich OpenSource“ Vergleich ist wunderbar. Ich werde ihn mir aneignen und für alle Ewigkeiten benutzen. Jedenfalls solange es das Internet gibt.

    • Jaaa, der Satz spricht mir auch aus der Seele und wird von mir mindestens dreimal täglich gedacht.

      Was wollt ihr denn mit Urlaubsfotos? Von Semperoper & Co. gibt’s ja schon drei Milliarden Bilder, und um Fotos von mir in „ganz gestellter entspannter Urlaubsstimmung“ zu schießen, muss man mir schon massive Gewalt androhen.^^
      Ich werd‘ mal die Fotos durchgucken, die ich gemacht hab‘ (sind nicht viele), aber da ist auch nix Repräsentatives dabei. Eher Makroaufnahmen von Baumrinde und so.

  2. Endlich bist du wieder zurück!

    Und zugegebenermaßen stimme ich dir in allen Punkten zu, besonders der erste Pluspunkt erregt bei mir, sofern er nicht vorhanden ist, regelmäßig gewisse Aggressionen und den Wunsch, ähnlich einer Grundschullehrerin (eine dieser Art, die mit den Kindern redet, als hätten sie von nichts ne Ahnung), den Zeigefinger und roten Stift zu erheben und alle Fehler auszubessern.
    (Und ich dachte schon, dass ich die einzige Person mit diesem Kritikpunkt bin.)

    Lyciènne

    • Haha, ja, diesen Mechanismus des inneren Nase- und Zeigefinger-in-die-Luft-Reckens kenne ich nur zu gut. Und find‘ ihn ein wenig abstoßend. Aber immer noch etwas besser zu ertragen als grausame Sprachverstümmelung. Die deutsche Sprache mag keine besonders Schöne sein, aber das hat sie trotzdem nicht verdient. Da bin ich ganz bei dir. (Und außerdem sicher, dass es noch einen ganzen Haufen mehr Pedanten unserer Art gibt.)

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