Fortgeschrittener frisurieller Vandalismus

Ich hab euch ja neulich schon vom Ombretier erzählt. Was ich euch noch nicht erzählt habe: Wenn euch das Ombretier einmal befallen hat, macht es nicht nur eure Fingernägel, sondern im fortgeschrittenen Stadium sogar die Haarfrisur (wie eine Freundin zu sagen pflegt) unsicher.
Und das Ergebnis kann dann so aussehen:
Ombrekopp mittendrin

Und hier eine Anleitung zum Nachbasteln dieses stylishen Ombrelooks:

  1. Man nehme einen straßenköterblonden Naturschopf als Basis.
  2. Man behandle selbigen über Jahre hinweg mit roten Haarfarben (1. Monat Chemiehaarfarbe, 2. & 3. Pflanzenhaarfarbe, und dann wieder von vorn).
  3. Zwischendurch verfalle man auf die kongeniale Idee eines zweifarbigen Schopfes und färbe sich die Unterwolle (die aufm Kopp, bitte) schwarz (1x mit Chemie, 1x mit Indigo).

Das Ergebnis dürfte dann etwa so aussehen (nachdem man zum Schluss ein paar Monate Färbepause gemacht hat, um rekordverdächtige Ansätze zu erzielen):
Ombrekopp vorherOmbrekopp vorher2

(Wer sich über meine Gesichtsfarbe im rechten Bild wundert: Danke, mir geht’s gut, ich hab nur an den Farbreglern gespielt, weil im Original die Haarfarbe zu kräftig ausfiel.)

  1. Sodann nehme man den stärksten Aufheller, den man in der Drogerie finden kann und bearbeite die Haare damit (versuchsweise unter Auslassung des Haaransatzes).
  2. Jetzt hat man schonmal einen Farbverlauf von dunkelblond zu platinblond und orange (in der Unterwolle ein undefinierbares Rot-/Dunkelbraungemisch).

Ombrekopp mittendrin2Ombrekopp mittendrin

(Da ich ja unter chronischer Geschmacksverirrung leide, hat mir das – bis auf den dunklen Ansatz – sogar irgendwie zugesagt, und ich hab mich ein bisschen verflucht, die Ansätze nicht mitblondiert zu haben.)

  1. Als nächstes behandle man die (seltsam bröselig strohigen) Haare mit dunkelblonder Haarfarbe (und bete zu Udo Walz, dass einem der Schopf nicht auf Ohrlänge einfach abbricht).
  2. Und schon hat man einen etwas dezenteren Verlauf von (gefühlt eher mittel- als dunkel-)blond zu einem hübschen Apricot mit roten und braunen Spitzen.

Ombrekopp nachherOmbrekopp nachher2

(Die Ansätze sind übrigens nicht wirklich dunkler als der Rest, das liegt nur am Blitz.)

(Derart brutal verrauschte Bilder wie rechts (bei Tageslicht und voller Innenbeleuchtung!) kriegt man übrigens mit der… einzigartigen Canon PowerShot SX120 IS – also wer drauf steht: Kaufempfehlung!)

Mein Plan war übrigens eigentlich, aus Ansatzmüdigkeit (ich färbe mir die Haare jetzt seit über zehn Jahren) wieder dunkelblond zu werden, und, weil mir das allein aber viel zu langweilig ist, die Spitzen dann lila zu färben. Da es jetzt doch nicht so naturhaarfarben geworden ist, wie ich das gehofft hatte (rot ist ja nun auch die fieseste Haarfarbe, wenn man sie wieder loswerden will), bin ich bezüglich der lila Spitzen allerdings etwas unschlüssig. Ich könnte natürlich die Schritte 4-7 wiederholen, aber ich glaube, meine geplagten Fusseln brauchen erstmal ein Päuschen. Irgendwie gefällt’s mir auch so, wie’s jetzt ist.

(Ich hege ja den Verdacht, dass ich meine Haarfarbe(n) am liebsten mag, wenn sie jeden Farbtypenberater am meisten entsetzen würde(n) von wegen „passend zum Hautton“ etc. Àpropos, würde euch so ’ne Art Frisur-/Haarfarbenhistorie interessieren, oder ist das eher langweilig?)

Was haltet ihr von den Auswirkungen des Ombretieres auf Haarschöpfe? Und welche Färbeanschläge habt ihr schon auf euch selbst vorgenommen?

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Über Ego

Jahrgang ’88, Mensch von Hund, Vegetarierin und Teilzeitveganerin, Piercingjunkie, Chemophobikerin (und Raucherin, wie paradox!), Mäuseköttelanspitzerin musikliebend; tierliebend; foto(gra)fierend; kompliziert simpel; realistisch, optimistisch, pragmatisch pessimistisch; hibbelig; (un)geduldig; links, rechts, geradeaus und rückwärts

9 Gedanken zu „Fortgeschrittener frisurieller Vandalismus

  1. Ich hab das auch einige Zeit gern getragen (also stufenweise ineinander übergehende Farben). Passt auch irgendwie zum Herbst und auch für alle anderen Jahreszeiten hat man immer ein paar Farben dabei. 🙂
    Der Drang, immer nachzufärben hat bei mir irgendwann nachgelassen, jetzt bin ich froh, wenn ich mal für ein paar Monate meine Ruhe habe. Man wird alt und faul. *g* Über den Geschmack von Friseuren oder Farbberatern müssen wir nicht streiten, die kommen von anderen Planeten. Das wusste ich schon immer. ^^ Aber LANG sind deine Haare geworden! Toll!
    Die hellen Ansätze (Bild 1) wären mir persönlich auch zu viel des Guten. Aber so, wie es auf den letzten Bildern aussieht, passt es sehr gut. Aber letztendlich ist Haarfarbe immer Gefühlssache. Da können noch so viele Leute sagen, dass es gut aussieht. Wenn der Moment kommt, an dem man in den Spiegel blickt und denkt „Ne, dat muss anders!“, dann ist wieder ganz schnell die Farbe zur Hand.

    • Gibt’s Fotos davon? Welche Farben waren denn das?

      Hihi, ja, Faulheit siegt, früher oder später. Würde ich meine Naturhaarfarbe nicht so unsagbar langweilig finden, hätte ich die Färberei sicher auch schon längst an den Nagel gehängt.

      Aaaah, und ich dachte immer, ich wär diejenige, die falsch gepolt ist. Aber wenn die die Aliens sind, ist ja alles klar. 🙂

      Auch die Länge ist der Faulheit geschuldet. 😉 Ich fand zwar den kürzeren Haarschnitt auch sehr schick, nur war er’s leider nur, wenn man die Spitzen in die richtige Richtung gefönt hat. Was mir auf Dauer einfach viel zu umständlich ist.

      Ehrlich gesagt, bei mir läuft das meistens genau andersrum :mrgreen:, und niemand in meinem Umfeld kann sich so für meine Haarfarbe(n) begeistern wie ich. Also, wirklich reinreden will mir da niemand (außer vielleicht meine Oma „Ach Kind, früher (als Kind mit NHF) sah das doch viiiel schöner aus!“^^), aber so richtig verstanden wird meine Freude an der Unnatürlichkeit jetzt auch nicht. Aber letztlich zählt ja auch nur, ob man selbst sich gefällt.

      • Online gibts da keine Fotos. War aber auch meist unten schwarz/braun, Mitte rot, oben blonde Ansätze. Von wegen „natürlich ists doch schöner“ kann ich mir auch immer viel anhören. „Schau mal, von der Gartenarbeit hab ich sogar Strähnchen! Da brauch ich gar nichts färben“..mööööp

      • Haha, genau! xD
        (Wobei ich noch klarstellen möchte, dass ich an Anderen natürliche Schöpfe durchaus schön finde, so ist’s nicht. Nur für meinen Kopf ist das – noch – nichts.)

    • Was denn, so schlimm? Also ich mag’s – auch wenn ich die Hoffnung habe, das Rot noch besser rauszukriegen und mehr dunkelblond rein. Aber ich konnte das Rot einfach nicht mehr sehen.

      • Echt? Dann sind unsere Geschmäcker doch sehr verschieden. Ich mag das blonde an dir nicht und auch die langen Haare nicht. Aber das hatte ich ja damals schon gesagt, als du mir das Foto von früher gezeigt hattest.
        Hauptsache ist ja, du fühlst dich wohl 🙂 😉

      • Naja, es ist ja nicht annähernd so krass blond wie früher. Sondern halt eher wie meine Naturhaarfarbe (minimal heller noch, aber nicht viel.) Du weißt, dass das oberste Foto nur ein Zwischenschritt war, oder?

  2. Pingback: Die Goldene Himbeere 2014 | ego.konsum.kosmos

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