Doppelmoral? Niemals!

Nur wenige Stunden, nachdem unser WG-Boss beschlossen hat, dass jetzt nichts mehr auf dem Kühlschrank gelagert wird (die Frage, wo wir denn dann bitteschön unser Müsli & Co. lassen sollen, wurde beantwortet mit „Irgendwann räum ich den Kram überm Kühlschrank mal weg“ – aber „irgendwann“ wollte er uns auch mal ein bisschen Platz in Flur und Abstellraum überlassen, das ist jetzt fast ein halbes Jahr her):
Kühlschrank
Ihr dürft jetzt genau einmal raten, wem das gehört.

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[Tag] Selbstdarstellung anhand eines kleinen Fragebogens

Sehr spät, aber doch noch, nehme ich an Miss Booleanas 10-Fragen-Tag teil. Ich glaub, die kann man noch nehmen.

1. Welchen Ort auf der Welt möchtest du unbedingt mal besuchen?

Urheber: Happolati

Ich bin von Natur aus nicht übermäßig reiselustig, was nicht heißt, dass ich nicht gern reise, wenn es sich ergibt. Aber ich habe wenig konkrete Hummeln im Hintern. Ein Ort, an den es mich allein schon aus nostalgischen Gründen („Standard“-Urlaubsort meiner Kindheit) zieht, ist Le-Grau-du-Roi in Südfrankreich. Und dann unbedingt bei Sonnenaufgang am Strand entlangreiten… Wundervoll.

2. Womit kann man dich extrem auf die Palme bringen?
Indem man mir physisch zu nahe kommt. Gut, dass die Gedanken frei sind, sonst säße ich schon längst mehrfach lebenslänglich hinter Gittern für zahllose Totschläge an Supermarktkassen oder im Zug.
Auch ganz übel: Mich nicht ernst nehmen, wenn ich eh schon sauer bin.

3. Bist du ein Apple-Fan, Windows-Jünger oder Unix-Anbeter?
Weder noch. Apple ist mir völlig suspekt wegen dieser „Wir verkaufen keine (überteuerten) Produkte, sondern ein Lebensgefühl„-Geschichte, über Unix weiß ich quasi nichts. Bleibt also nur Windows. Als Jünger würde ich mich aber keinesfalls sehen. Ich nutze auch andauernd Taschentücher, einen Fanclub würde dafür deswegen aber noch längst nicht gründen.

4. Hast du schon Mal einen Manga gelesen oder einen Anime gesehen?
Mir ist einmal so ein eigentümlicher Comic untergekommen, der von hinten nach vorne gelesen werden musste. Wird wohl ein Manga gewesen sein, ist mir aber nicht besonders im Gedächtnis geblieben. Ich bin da schon eher der „Lustige-Taschenbücher“-Freund. (Schon gut, liebe Mangafans, packt die „Wie kann die das vergleichen?!?!?!?!“-Transparente wieder ein, jedem das Seine.)

5. Was ist deine Nr. 1 – Beauty-Abhängigkeit? (Alternativ Food)

Mimi

„Ich bin nicht dick, die Natur hat mir nur etwas zu viel Körper zu meinem Kopf spendiert.“

Abhängig bin ich eigentlich eher von anderen Dingen (Internet, Nikotin, Mimi, sowas halt). Ansonsten muss ich wohl den Nagellack aufgrund meiner ausgeprägten Sammelleidenschaft (ich kaufe selbst in Zeiten, in denen ich mir die Nägel quasi nie lackiere, trotzdem weiter Nagellack… -.-) nennen. Und würde mir mein Abdeckstift abhanden kommen, wäre ich auch etwas unfroh.
Essenstechnisch habe ich so meine Phasen, in denen ich tage-, z.T. sogar wochenlang dasselbe immer wieder esse. Momentan ist das nach einer 99%-Vegan-Episode Spiegelei auf Toast. Zwei Stück, beidseitig leicht kross gebraten mit noch wachsweichem Eigelb, leeecker…
Ich muss mal kurz in die Küche…

6. Ohne was gehst du nie aus dem Haus?
Ganz wichtig, gerade bei den aktuellen Temperaturen: Kleidung. Immer gut: Schlüssel. Leider nötig, weil’s nicht allein sein kann: Hund. Und Taschentücher, weil meine Nase permanent für irgendwelche Marathons (klingt doof, heißt aber so, s. Duden) übt.

7. Was ist dein Lieblingsfilm?
Pan’s Labyrinth. In der Kurzfassung würde ich den Film als ziemlich düsteres Märchen beschreiben. Melancholische Grundstimmung und Ästhetik, zwischendurch brutal, aber eben doch märchenhaft. Es geht um ein Mädchen, das in Zeiten des spanischen Bürgerkriegs mit ihrer schwangeren Mutter zu einem kaltherzigen und -blütigen Stiefvater, einem Hauptmann, zieht. Neben dem Kampfesgeschehen und der schwierigen Schwangerschaft wird das Mädchen von einem nicht unbedingt vertrauenerweckenden Pan/Faun angeleitet, diverse Prüfungen zu bestehen, um zu beweisen, dass sie eine Prinzessin aus einem unterirdischen Reich sei, das sie einst aus Neugier verlassen habe.
Und wenn’s etwas fröhlicher sein soll: Big Fish. Auch so eine Art Märchen, aber heiterer. Allerdings nicht auf die Friede-Freude-Eierkuchen-Wir-haben-uns-alle-lieb-Schiene zu setzen. Ist schließlich ein Tim Burton®. Die Rahmenhandlung liefert der Konflikt eines Vaters, der ein notorischer Geschichtenerzähler ist und durch selbige alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, mit seinem Sohn, der davon über die Jahre völlig entnervt ist und seinen Vater kaum mehr ernst nimmt. Die vielen Geschichten und Abenteuer tragen zur Fröhlichkeit des Films bei, und auch der Konflikt wird noch gelöst.

8. Welche Fremdsprachen sprichst du?
Sprechen eigentlich nur englisch. Ich hatte zwar recht lange Französischunterricht, da ich aber sehr lernfaul war und es nun schon einige Jahre her ist, reicht’s zum Sprechen leider nicht wirklich.

9. Welche (Landes)Küche magst du am liebsten?
Ohweia. Egoisch. :mrgreen: Am ehesten wohl mediterran – bis auf das Fischgedöns.

10. Warum bloggst du?
Weil ich nichts Besse Weil ich gerne Blogs lese (irgendwann wurde dann so ein „Och, das könnt ich doch auch mal machen“ in mir laut) und gern meine Meinung zu Unwichtigkeiten öffentlich ausbreite. Und dann noch gern die Meinungen Anderer zu diesen Unwichtigkeiten oder aber zu meiner Meinung zu jenen Unwichtigkeiten in Erfahrung bringen will. Alle Klarheiten erfolgreich beseitigt? 😉

Meine 10 Fragen lauten:
1. Hast du Haustiere, und wenn ja, warum?
2. Warst du wählen? (Ihr wisst ja noch, diese große Volksabstimmung da letztens.)
3. Was ist deine Lieblingsmusikrichtung? (Mehrfachnennungen möglich)
4. Wie ist dein Verhältnis zu Wärmflaschen?
5. Was war dein schönstes/witzigstes/seltsamstes/sonstwie außergewöhnliches Festivalerlebnis? (Alternativ, falls du noch auf keinem warst: Warum nicht?)
6. Magst du Käse und Marmelade zusammen?
7. Wie stehst du zu Tattoos und Piercings?
8. Wie lange brauchst du zum Einschlafen?
9. Welche moderne Errungenschaft würdest du nicht vermissen, wenn sie nicht erfunden worden wäre?
10. Bist du eher der Großstadt-, Kleinstadt- oder Dorftyp?

Beantwortet hätte ich die gerne von
Tüdellütti
Nebo
Girl Anachronism
Marina (Lacquediction)
und, weil’s schon so lange her ist, darf auch Miss Booleana nochmal ran, wenn sie will.
Natürlich darf sich auch jeder andere, der sich berufen fühlt, die Fragen (wahlweise auf dem eigenen Blog oder hier in den Kommentaren) beantworten. Also haut in die Tasten. 🙂

Neues aus der Anstalt

Hallo Welt,

es gibt mich noch. Aus mehreren Gründen scheint das verwunderlich, exemplarisch soll dafür die Schilderung einer nächtlichen Begebenheit in der 3er-WG, in die ich vor wenigen Wochen gezogen bin, dienen:
Zum besseren Verständnis sei vielleicht kurz ausgeführt, dass sich diese WG aus einem Urzeitmieter zusammensetzt. Danach kommt lange nichts. Dann wir, das heißt, die 23jährige australische Sprachschülerin Trudy (neuerdings aufgrund ihrer ausgeprägten Germanophilie umbenannt in Trüdi), mein Hund und ich.
Jener Urzeitmieter ist 50 Jahre alt und Künstler, genauer gesagt Musiker, kann aber auch sehr passabel malen und zeichnen. Sonst kann er nichts, wenigstens sozial betrachtet. Das allerdings weiß er meistens hervorragend zu kaschieren, bis dann zwischendurch immer heftigere Ausfälle auftreten, in denen er eher einem tyrannischen Despoten mit extremem Hang zu Doppelbindungskommunikation und Kontrollsucht ähnelt. Um es mal freundlich zu formulieren. Diese Ausfälle sind höchstwahrscheinlich seiner chronischen und durchaus bemitleidenswerten Überforderung mit der Gesamtsituation (aka „Leben“) geschuldet. Was mein geschundenes Herzkreislaufsystem nicht daran hinderte, mehrmals kurzzeitig aus Gründen der Angst den Dienst zu quittieren.

Dieser Mitbewohner, der für die lange Zeit, die er schon Deutschland als seinen Wohnort benennen kann, bemerkenswert schlecht verständlich diese unsere Sprache hervorwürgt, lässt uns (wir erinnern uns: Trüdi, Mimi und mich) nur aus finanziellen Gründen in SEINEM Territorium überleben, was womöglich auch erklärt, warum er meinem Besuch aus Gründen des zu hohen Wasserverbrauchs durch die extra anfallenden Toilettenspülungen Hausverbot erteilen zu können gedachte und die Waschmaschinenbenutzung auf einmal im Monat reduzieren wollte. Begründet wurden diese seine Ansinnen nicht spezifisch, sondern lediglich mit dem mindestens zweimal am Tag hervorgebrachten Universalargument „Ich habe finanzielle Probleme, große Probleme, du weißt das, du bist damit einverstanden, sonst wärst du nicht hier, ich will keinen Stress, ich will nur meine Ruhe, ich will nur meine Ruhe, ich will keinen Stress“ (im Übrigen sei dies wohl auch der Trennungsgrund von der Mutter seines Kindes gewesen).
Selbstverständlich wurden diese von mir freundlicherweise als Vorschläge aufgefassten Wunschäußerungen nicht befolgt, was zu einem mehrtägigen kriegsähnlichen Zustand führte. Seither bemühe ich mich um meines Überlebens willen zumindest, den Wasserkocher nur einmal täglich und 90% der Badbeleuchtungsinstallationen nie („Wir sind jung, wir brauchen solchen Luxus nicht“) zu benutzen.

Wenn ich also aus dem nahezu stockdusteren Badezimmer
trete, bleibt mir nur ein Lichtblick: Trüdi. Niedlichkeit bis in die Zehenspitzen und eine schier unbändige Begeisterung für Deutschland samt deutscher Sprache. Von ihr durfte ich erfahren, dass ALLE Deutschen 1. rauchen, 2. Architekten sind oder werden und 3. vor allem unglaublich klug sind. Der nur Marihuana rauchende Musiker ist von Hause aus Chilene und darum nicht in der Lage, an diesem Bild zu rütteln.
Diese ihre Naivität erlaubt es mir auch, darüber hinwegzusehen, dass sie neben Deutschland viel Liebe für die Kaffeehauskette Starbucks® (sie ist seit wenigen Tagen vor Stolz beinahe platzende Besitzern der Starbucks®-Card) und ihr im Vergleich zu einem ordinären Laptop als schier göttlich anzusehendes MacBook (Air!) empfindet. Nur für sie habe ich einen TkMaxx (grauenvoll) betreten und mich dort sogar noch in ein Dirndl (mir fehlten Luft, Brüste und Worte) gezwängt.

Diese Mitbewohnerin also war gestern widerwillig feiern, hat mindestens ein Bier zuviel erwischt und nebenbei einen entfernten Vertreter männlichen Geschlechts mit in die Wohnung des Chilenen gebracht. All das wurde mir schlagartig um sieben Uhr morgens klar, als sich neben mir im Bett nicht mein Hund, sondern ein Mensch mit Kurzhaarfrisur befand, der friedlich unter meiner Bettdecke schlummerte. Vollkommen überzeugt, es müsse sich entweder um eine Halluzination handeln (obwohl sich seine Körperwärme wirklich frappierend real anfühlte) oder sonstwie alles mit rechten Dingen zugehen, bat ich meinen besten Freund, der legitimerweise auch bei mir, nicht aber in meinem Bett nächtigte, um Erklärung:
„Freund? Freuuuund?“ –
„Hm?“ –
(ich hatte einen Arm in die Luft gestreckt, wie damals in der Schule, und knickte nun im Handgelenk ein, um auf die unerwartete Persona non grata zu zeigen) „Wer IST das?“ –
„Hm?“ (er hatte natürlich noch die Augen geschlossen und war nicht gänzlich in der Lage, mir mental zu folgen) –
„Hier, der hier, in meinem Bett! Da liegt doch wer außer mir, oder? Guck mal bitte.“

Nun rieben sich beide, der Junge und der Mann, verschlafen die Augen, der Mann versuchte, sich einen Reim auf den Anblick des Extrapaars Beine in meinem Bett zu machen, der Junge schaute mich verschlafen an. Mein Hund, der sich schon wiederholt in vollkommen ungünstigen Augenblicken als Wachhund hervorzutun versucht hatte, blieb seinem Motto treu, wirklich nur dann wachhündisch tätig zu werden, wenn nicht das geringste Quäntchen an Erfordernis bestünde, und schnarchte friedlich und selig zu Freunds Füßen.
Ich, mittlerweile bei dem Gedanken angekommen, es müsse sich hier um einen Fehler in der Matrix handeln und ich sollte mich möglichst schnell wieder um Schlaf bemühen, um das Auftauchen der Agenten Smith nicht zu bemerken, war des Sprechens noch nicht wieder fähig geworden, weshalb Freund die weitere Korrespondenz mit der menschgewordenen Eigentümlichkeit zu führen hatte:

„Was machst du denn hier?“, fragte er in verwirrt-freundlichem Ton, „Und wie bist du hier reingekommen?“
„Durch die Tür“, antwortete der Jüngling mit einer Selbstverständlichkeit, die zu implizieren schien, dass damit alles gesagt sei und er sich wieder dem Schlaf zuwenden könne. Ich hatte ihm mittlerweile meine Bettdecke entrissen, allein schon, weil es meine war, und dadurch offenbart, dass seine gesamte Kleidung nur aus einer blau-türkis-karierten Boxershorts bestand.
„Du bist sicher durch die Tür gekommen, nicht etwa durchs Fenster reingeklettert?“ (Ein sinniger Gedanke, wie ich anerkennen musste, da sich mein Zimmer im Erdgeschoss und das Fenster im maximal geöffneten Zustand befand. Kurz war ich versucht, den Eindringling als Einbrecher zu betrachten und unter animalischem Gebrüll aus meinem Bett zu treten. Allein Freunds immer noch sehr freundlicher Tonfall hielt mich davon ab. Der macht das schon, dachte ich mir und wartete ab.)
„Nein, nein, ich bin durch die Tür gekommen…“ Der Jüngling blickte sich langsam verwirrt um, „War wohl die falsche Tür, was?“
„Bist du sicher, dass du überhaupt in der richtigen Wohnung bist?“
„Ja schon… Ich war doch nur kurz auf der Toilette… und dann bin ich wieder ins Bett gegangen. Welche Tür hätte ich denn nehmen müssen, die daneben?“
„Genau, nimm mal die daneben“, schlug Freund vor. An dieser Stelle intervenierte ich mit einem „Oh, das ist glaub ich keine gute Idee“ und machte damit Freunds diabolischen Plan zunichte, den Jungen in das Zimmer des selbsternannten Hauptmieters zu lotsen. Im Nachhinein ärgere ich mich sehr über mich, aber ich verfügte nunmal schon immer über eine recht lange Leitung. Sich darüber erneut aufzuregen, wäre so sinnvoll wie der Sonne vorzuwerfen, dass sie die Erde bestrahlt.
Freundlich und hilsbereit brachte ich also endlich Trudy ins Spiel, was mit einer milden Erleuchtung seitens des männlichen Nachwuchses beantwortet wurde und erläuterte ihm den Weg in sein Bestimmungszimmer, was dieser mit einem „Ach so… Tschüss dann“ quittierte und endlich verschwand. Durch die Tür.

Der, dessen Name nicht genannt werden darf, schalt kurz mich, dass ich seine Absichten so nachhaltig durchkreuzt hatte, dann den immer noch friedlich schlummernden Hund für sein klägliches Versagen als selbsterwählter Wachhund. Ich wunderte mich noch kurz darüber, dass der Eindringling nicht spätestens über den im Vergleich zu Trudys Räumlichkeiten wesentlichen komplizierteren und sehr verschlungenen Weg von der Tür ins Bett erwacht war. Freund schlug vor, dass dies wohl einer gehörigen Ethanolintoxikation geschuldet sei. Als ich mich kurz danach ins wie immer schlecht beleuchtete Bad aufmachte, versicherte mir der beißende Geruch von Erbrochenem den 1000promilligen Wahrheitsgehalt dieser Theorie.

Wer bis hierher durchgehalten hat, den möchte ich herzlich bemitleiden. Die obigen Ausführungen sollten eine milde Andeutung enthalten, warum ich in der letzten Zeit (neben Problemen mit dem Internetanschluss) so wenig zum Publizieren gekommen bin und außerdem andere Prioritäten hatte als das Lackieren meiner Fingernägel, wenn dies nicht durch einen nervös bedingten Tremor schon physiologisch eine Unmöglichkeit darstellte.
Eine frische Maniküre ist nämlich beim Putzen der Toilette doch eher hinderlich.

Zum Schluss nur drei Fragen:
0. Bist du deutsche/r Staatsbürger/in?
1. Bist oder warst du nikotinsüchtig?
2. Bist du Architekt/in und/oder gedenkst es zu werden?
3. Wie hoch ist dein IQ? (Profitipp zur absolut zuverlässigen Ermittlung: Blutdruckmessgerät anschließen, auf Auswertung warten und per Zufallsprinzip eine der beiden Zahlen wählen.)

How To NOT: Kuchen im Glas

Wenn ich mir mal nicht gerade die Nägel lackiere, schlafe, Hund ärgere oder seltsame Dinge mit Tesa veranstalte, stelle ich gern Experimente in meiner Laborküche an. Manchmal mit gar tragischem Ausgang.

Kuchen im Glas

So schön kann das aussehen, Bild von Schnappschnuess

Letztens allerdings war ich guter Dinge, etwas relativ Lustiges fabrizieren zu können: Kuchen im Glas, der Inbegriff der Originalität für die Hausfrau von Welt. Und als solche konnte ich mich dieses Trends, der da durch Funk und Fernsehen* geistert, nicht länger verweigern.
(*in Wirklichkeit habe ich noch nichts in der Flimmerkiste darüber gesehen, finde aber, dass F&F sich so viel besser macht als immer dieses Internetz, von dem da dauernd die Rede ist)

Gedacht, getan, ein Rezept war schnell gefunden und ich machte mich ans Werk. Jetzt ist es aber so, dass ich chronisch unfähig bin, mich an Rezepte zu halten, und so wurde aus Weißmehl Vollkornmehl, der Zucker zur Hälfte durch Stevia er- und der Teig noch mit Waldbeeren versetzt.
Misslungener Kuchen im GlasWas zur Folge hatte, dass die Masse
1. trotz wiederholten guten Zuredens nicht wesentlich an Volumen zunahm und
2. erst nach einer Stunde Backzeit bei zunehmend höherer Temperatur – und unter nicht wiedergabefähigen verbalen Ausbrüchen der Backenden – einigermaßen durch war (die Bäckerin dafür umso mehr).Misslungener Kuchen im Glas
Ich komme also zu dem Schluss (und ich hätte wahrhaft nie für möglich gehalten, dass ich das mal sagen würde), dass es manchmal, ab und zu, möglicherweise und nach reiflicher Überlegung und gründlicher Abwägung sämtlicher Fakten doch unter Umständen angeraten sein kann, eine Koch- oder Backanleitung weitestgehend oder doch zumindest in größeren Teilen zu befolgen…

Welch schändliche Schmach für mein Experimentalisten-Ego.

Ist es euch schon einmal gelungen, dieses Gebäck im Glasgefängnis herzustellen? Und befallen euch bei vermeintlich strikten Anleitungen auch gelegentlich rebellische Anwandlungen? Und wenn ja: Mit welchen Folgen?

{Creme} Little Helper: L’Occitane Beurre de Karité

Ein paar Worte vorweg.. Frohes Neues Jahr! Immerhin ist noch Januar, ne? Hier herrscht seit ein paar Wochen Stille, bedingt durch die Abwesenheit der wunderbaren Ego – und meiner Wenigkeit. Nachdem ich die ersten Wochen des neuen Jahres wegen einer üblen Geschichte in der Reha verbracht habe, war für Bloggen wenig Platz.. aber: Dinge werden sich ändern. I’m back in Bloggin‘-Town, Ladies! Wenn auch heute erstmal mit einer Kleinigkeit. Mehr kommt! Versprochen.

KariteNeben diversen anderen Schmerzen plagt mich seit Tagen eine fiese, miese, dreckige Erkältung. Eine von der Sorte, bei der man in einen völlig ruhigen Vorlesungssaal hinein laut HAATSCHI brüllt und alle sich umdrehen. Danke auch.

Nachdem es mich ausgerechnet während des Schneechaos vom vorletzten Wochenende nach Paris verschlagen hatte (nicht die Stadt meiner Träume, Ladies, wirklich.. warum können meine Freunde nicht woanders wohnen?) und meine Nase eher einer Schürfwunde als einem Riechorgan glich, musste Hilfe her. Zitternd vor Kälte habe ich mein Wartezeit am Gare de l’Est (‚Wo bleibt bloß dieser verdammte Zug? Oh, ein L’Occitane mit Sale!‘) mit der Suche nach Abhilfe verbracht.

Gefunden habe ich diesen „Little Helper“ bei L’Occitane. Bezahlt habe ich ungefähr 7 Taler für 8 ml reine Karitébutter. Das Döschen ist winzig, wird aber mindestens eine Ewigkeit lang reichen – man braucht ja nicht viel. Etwas zwischen den Handflächen erwärmen, auf die Riechwunde schmieren, und ahhhh.. Erleichterung. Paßt in jede Handtasche, gut für Unterwegs, und man kann damit bestimmt auch Türen ölen.

Leider ist es weder Bio noch Fair-Trade, (und eigentlich kaufe ich bei L’Occitane nie was außer ihrem Solid Perfume Thè Vert – Blogbeitrag wird folgen) was mich etwas wurmt – aber wenn man nachts auf einem eisigen Bahnhof verzweifelt einen Zug herbeisehnt macht man doch Abstriche, ne? (Der Zug kam übrigens zwei Stunden später und hatte dann nochmal Verspätung. Anschlüsse? Welche Anschlüsse? Nie gehört.. )

In diesem Sinne: Bis hoffentlich bald, und bleibt schön gesund..

*Fayet

{Altera} Knecht Ruprecht hat nen‘ Morgenstern

BrutalesWeihnachten

Fröhliches Raten am 2. Advent! Was ist das hier…?

a) Aus einer fernen Galaxis gekommene Wesen, die hier bald aus ihren roten Kampfsternen steigen und die Erde erobern werden. Vorher saugen sie noch dem Baum alle Kraft aus den Pflanzenadern

b) Aus dem 2. Weltkrieg übrig gebliebene Streubomben. Sowas findet man häufig in deutschen Städten, kennst Du das etwa nicht?

c) Knecht Ruprechts Ninja-Morgensterne. Warst Du auch schön artig…?

Und die richte Antwort ist – Trommelwirbel bitte! – natürlich c! Horch was kommt von draußen rein..

Realistisch betrachtet ist das hier die Manifestation dessen, was meine Stadt sich unter „Weihnachtsdekoration“ vorstellt. Überall hängen diese Alptraumsterne, und es gibt noch weit größere als diese. Sie leuchten im Dunkeln rot, und jedesmal, wenn ich unter so einem schwankenden Ungetüm durch muss hoffe ich auf die Fähigkeit der Stadtverwaltung, um nicht einen spontanen und höchst grausamen Tod durch Pfählung zu erliegen (dass Pfählen im Mittelalter in deutschen Städten eine durchaus verbreitete Hinrichtungsart war.. ? Nein, reden wir lieber nicht drüber.)

Herrenhuter Sterne heißen die Dinger übrigens, und sind seit dem 19. Jh. in Deutschland verbreitet. Na, dann mal Stille Nacht…

Froher 2. Advent! Gibt es in eurer Stadt auch so schaurig-schöne Dekoration? Ich bin heute übrigens in Nürnberg und Erlangen unterwegs. Mal sehen, was die so zu bieten haben!

Fayet

{Errötet} Darling, what did you do for those pearls?

They all say „Darling, what did you do for those pearls?“ What? I am a good girl!

(Good Girl – Christina Aguiliera in „Burlesque“)

DitaRouge1

Wir haben alle unsere Schwächen. Ich zum Beispiel wechsele gerne mal meinen Typ. Sich für einen Tag mtihilfe von Lack und Farbe einmal in eine andere Persona zu werfen, einen anderen Gang ausprobieren, anders lächeln – das kann im Alltag sehr erfrischend sein (oder en klares Anzeichen für diverse Geisteskrankheiten, aber, hey, im Zweifel für den Angeklagten, ne?)

Eine dieser Personen die ich gerne mal für einen Tag „spielen“ würde ist Dita von Teese. Obwohl ihre Hauptbeschäftigung, das dauerhafte Abhängen in übergroßen Martinigläsern, in meinem Beruf eher ungläubiges Staunen hervorrufen würde (mein Ruf als Diva begründet sich allein darin, auf einer Konferenz mal klassisch rote Nägel gehabt zu haben.. Ein Martiniglas würde wahrscheinlich meine Wissenschaft zum Einsturz bringen. Und für immer meinen Ruf ruinieren, natürlich), mag ich sie. Irgendwie. Dressed to the nines sieht sie aus wie ein Wesen von einem anderen Stern – irgendwie unreal. Und schön.

War ja klar, das ich trotz Naturkosmetikfummel (den seht ihr hier noch. Ehrlich!) den Rufen der Artdeco Limited Edition „Golden Vintage“ nicht lange wiederstehen konnte. Warum? Darum:

DitaRouge2Und jetzt mal ernsthaft. Seht euch das an. Seht das pink. Die Federn. Das GLITZER! (Ach so, zu klein? Moment..)

DitaRouge3Besser, ne? Gut. Also.. das Glitzern. Das Schimmern der Verführung. Nimm einen Pinsel, rühre im Pfännchen (Was? Niemals! Dann ginge ja die Prägung verloren!), stäube es Dir auf die Wangen, und prompt wirst Du zur wunderschönen SexGöttin im edlen Satinkleidchen auf Loboutins (Loubtings? Luboutins? Lobotääääns?), kein Mann wird Dir wiederstehen (nur dein Freund, der findet Rouge seltsam). Hach. HACH.

22 Taler habe ich für das gute Stück bei Douglas hingelegt. Aufgetragen hat die Dame ihn mir dort zur Probe auf einmal, was meiner Mutter den herzlichen Kommentar „Naja, könnte schlimmer sein“ entlockte. Wenn das keine positive Review ist!

Probefarbflecken habe ich keine, weil ich ihn noch nicht angerührt habe. Dazu war ich bis jetzt zu feige. (Wenn Ihr aber welche wollt und lieb fragt könnte ich mich überwinden. Unter Tränen, versteht sich.)  Er ist aber wirklich sehr schwach – ich bin leichentuchblass und selbst im Douglas-Neonlicht sieht man ihn bei mir kaum. Die INCIs erspare ich mir und euch, denn darüber will ich lieber gar nicht nachdenken. Laut goldenem Umkarton sind immerhin keine Parabene, Mineralöle oder Parfumstoffe enthalten. Wenigstens etwas.

Würdet ihr euch so eine schamlose Glitzerbombe kaufen? Oder soviele Taler für ein Dita Produkt, das eigentlich von Artdeco stammt, ausgeben? Mögt ihr Dita überhaupt? (Falls ja: Bei „Into the Gloss“ gibt es ein tolles Interview mit ihr – leider kann ich gerade nicht verlinken.) Oder findet ihr das alles doof?

Ich gehe jetzt und himmel noch ein bißchen das Rouge an.. und dann schaue ich mal, ob so ein übergroßes Martiniglas in meinen Fahrradkorb paßt. Und ob überhaupt noch Martini im Haus ist.

You know I have found – the words gone around: They all say my feet never do touch the ground. What? I am a good girl..

*Fayet

Altera.Konsum.Kosmos

Altera (Pars): Gegenstück zu Ego, in einem Netzwerk über symmetrische oder asymmetrische Beziehung verbunden. Der/Die/Das Andere. (Hat nix mit der Drogeriemarke von Rossmann zu tun, übrigens.. )

Hallo. Ich bin der/die/das Fayet. Hab ich Euch erschreckt?

Ich schwör‘, das war Egos Idee. Das ich mich hier mal austoben darf. Als Gastblogger. (Oh Gott! Noch so eine). Vielleicht erinnert Ihr euch an mich als Stalker-Kommentarschreiber vom Dienst, als der ich diverse Beautyblogs in diesem unserem schönen Internet gelgentlich heimsuche. Zum Troll hat’s bei mir noch nicht gereicht, aber wer weiß..

Und jetzt haben wir den Salat. Also Ihr. Und ich.  Aber vielleicht klappts doch mit uns? Von mir erwarten könnt ihr neben sinnlosen Kommentaren zur Weltsituation (Abteilung: Kosmos) eine ganze Menge Reviews und unqualifizierte Bemerkungen zu Kosmetik – vornehmlich Naturkosmetik, Zeug zum Draufschmieren und Auswaschen, Dinge zum Anmalen, Werkzeuge, und allem weiteren, was man für Papiergeld in unserem schönen Land so bekommt (Abteilung: Konsum). Und vielleicht verstehen wir uns ja und ich darf mich auch nach ein paar Artikeln weiter austoben (Abteilung: Altera), und ein bißchen berichten: Von meinem häufigen Rumgereise und den von dort mitgebrachten schönen Dingen, und meinem größten Manko.. ich bin, und ich kann es kaum verschweigen, von einer dunklen Macht besessen. Manchmal, bei Vollmond und noch häufiger Werktags um 8.30 bricht es bei mir aus, quasi durch die Bauchdecke (ist jedesmal eine ziemliche Schweinerei, sage ich euch): Ich bin Wer-Geisteswissenschaftler. Aber keine Angst: Wir sind zähmbar. Wir beißen nicht. Ich will doch nur spielen.

Nur eins kann ich leider überhaupt nicht gut: Photographieren. Und so träume ich von einem Beautyblog ohne Bilder und werde euch mit wahrscheinlich schlechten Produkten meiner Kamera quälen. Aber ich gelobe Besserung. Ehrlich.

Ich bin also für diesen Job völlig ungeeignet. Aber ein Argument für diese plötzliche Berufung als SchönheitsTippse hab ich dann doch.. den Blick in meinen Kühlschrank. Gähnende Leere – und das hier:

Vielleicht wirds also doch was, mit Euch und mir? Vielleicht sogar die echte, wahre, Liebe? Nicht die große, natürlich. Das bleibt Ego. All hail our queen!

Fayet, the Altera Pars

Kunterdunkle Gratulation

Das ist zwar sonst nicht meine Art, aber ausnahmsweise und weil ich ihren Chaotenblog so mag, ignoriere ich einen feiernden Blog mal nicht. Denn
Nebo aka Kunterdunkle feiert Hundertjähriges! (Was, so alt ist die schon? Hat sich aber gut gehalten!) Achso nein, falsch.

Nebo feiert 66 Leser!

Obwohl ich davon nur feucht träumen kann, gratuliere ich ganz herzlich und vöööööllig neidfrei. *räusper*
Zu diesem feierlichen Anlass (und möglicherweise auch ein bisschen, weil ich was gewinnen will) habe eigens eine fabulöse Nebo-Gedenk-Maniküre ersonnen.
Ich verbinde mit dem Fräulein nämlich vor allem Grün- und Blautöne. Und ein bisschen Glitzer.

Es begann ganz harmlos mit dem türkisgalaktischen Lack aus der „Schieß mich doch zum Mond„-LE von P2. Schon solo ein tolles Teil, weil so strahlend.

Anschließend schwämmchente ich ein dunkles Blau obenauf. Und dann noch einen selbstgerührten hellblauen Hololack zwischen/über türkis und blau. Mit dem Ergebnis, das ihr weiter oben bestaunen dürft. Und anbei gleich nochmal.


Das fand ich eigentlich gut so wie es war, entsann mich dann aber des silbernen Mattierungsüberlackes von P2, den ich mir derletzt (angefixt übrigens von Nebo höchstpersönlich) gekauft hatte. Der musste also natürlich noch drüber…

…was eine reichlich doofe Idee war. Weil das Hologefunkel und – logisch – das Geschimmer der anderen Lacke damit komplett vernichtet wurden. Ein Satz mit X, undsoweiter.
Andererseits passt das ja auch wieder schön zum Thema, Chaotenmaniküre zu Ehren eines Chaotenblogs.

Fräulein Hund wollte/sollte/durfte/wurde gezwungen/konnte (Zutreffendes bitte streichen) übrigens auch gratulieren. Kaum zu glauben, wie gut sie schreiben kann, oder?

Wenn ihr auch gratulieren (und eine von zwei Überraschungsboxen gewinnen wollt), habt ihr noch bis zum 16.12. Zeit. Alles Weitere findet ihr bei Nebo.

Was haltet ihr von der Chaotenmaniküre? Schwämmchent ihr auch gerne mal? Und wer hat noch ein Haustier, das sich ausgesprochen ungern fotografieren lässt?

[Raubzug] The good, the bad and the mad

Leute, vergesst DM, Rossmann und Konsorten. Da gibt’s zwar netten Schnickschnack, aber nichts übertrifft den Lebensmitteldiscounter des Vertrauens (*hust* schwer vertrauenswürdig, die Kohorten *hust*). Wir alle lieben bekanntlich Einkaufspostings (ein Hoch auf die Pauschalisierungen!), also mach ich genau das. Bösartig, wie ich manchmal so bin, natürlich an einem Sonntag – auf dass ihr im Falle von „Boah das will ich auch“ noch einige Stunden warten müsst. Das ist unbedingt als pädagogische Maßnahme zu verstehen. Ihr werdet sehen, auch wenn ihr etwas uuuuunbedingt JETZT SOFORT haben wollt – ihr werdet auch überleben, wenn ihr es nicht sofort bekommt.
(Tränenreiche „Du hast mein Leben verändert“-Briefe, Heiratsanträge und Kinderwünsche kann ich leider nicht entgegennehmen/erfüllen, ich ziehe materielle Dankesbekundungen jeder Art vor.)

Mein Einkauf lässt sich in zwei Kategorien unterteilen:

The GoodEingekauft: Das Gute

Zum Großteil Nachkäufe:
– Magerquark, Mandeln und Haferflocken gehören zu meinen beliebtesten Produkten of all times. Einzigartige Konsistenzen, dezente Düfte und pures Wohlbefinden, all das und noch viel mehr bieten sie mir. <3333
– Die Bio-Orangen sind ebenfalls ein großartiges Produkt, das ich mir aber nur hin und wieder gönne – meine (Zungen)Haut mag das einfach nicht immer.
– Die Pilze im Flakong sind mir eher aus Not denn aus Begeisterung ins Körbchen gehüpft, es gab sie nämlich nicht mehr in der naturbelassenen Version, die ich eindeutig vorziehe.

The Bad

Eingekauft: Das Schlechte
– Die Pralinen sind quasi mit Gift Mitgift.
– Zucker ist noch so ein Allzeitfavorit: tolles Peeling für jede peelbare Körperstelle, und dieses Arooooma!
– Über den Hopfennektar mag sicher der Ein oder Andere die Nase rümpfen, ich kann allerdings keine Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Darreichungsformen feststellen. Für mich ein 1A-Dupe zu den Großen im Geschäft.
– Und außerdem ganz wichtig, ohne kann ich fast nicht leben: Tabak. Hervorragender Rohstoff für DIY-Zigaretten: Brennt, qualmt, stinkt, macht gelbe Finger und ’ne schwarze Lunge.

Preislich lag das zwar alles im Rahmen, trotzdem erteile ich mir jetzt erstmal einen Kaufstopp bis Ende 2015! Wer macht mit, gemeinsam können wir es schaffen!