Doppelmoral? Niemals!

Nur wenige Stunden, nachdem unser WG-Boss beschlossen hat, dass jetzt nichts mehr auf dem Kühlschrank gelagert wird (die Frage, wo wir denn dann bitteschön unser Müsli & Co. lassen sollen, wurde beantwortet mit „Irgendwann räum ich den Kram überm Kühlschrank mal weg“ – aber „irgendwann“ wollte er uns auch mal ein bisschen Platz in Flur und Abstellraum überlassen, das ist jetzt fast ein halbes Jahr her):
Kühlschrank
Ihr dürft jetzt genau einmal raten, wem das gehört.

Fortgeschrittener frisurieller Vandalismus

Ich hab euch ja neulich schon vom Ombretier erzählt. Was ich euch noch nicht erzählt habe: Wenn euch das Ombretier einmal befallen hat, macht es nicht nur eure Fingernägel, sondern im fortgeschrittenen Stadium sogar die Haarfrisur (wie eine Freundin zu sagen pflegt) unsicher.
Und das Ergebnis kann dann so aussehen:
Ombrekopp mittendrin

Und hier eine Anleitung zum Nachbasteln dieses stylishen Ombrelooks:

  1. Man nehme einen straßenköterblonden Naturschopf als Basis.
  2. Man behandle selbigen über Jahre hinweg mit roten Haarfarben (1. Monat Chemiehaarfarbe, 2. & 3. Pflanzenhaarfarbe, und dann wieder von vorn).
  3. Zwischendurch verfalle man auf die kongeniale Idee eines zweifarbigen Schopfes und färbe sich die Unterwolle (die aufm Kopp, bitte) schwarz (1x mit Chemie, 1x mit Indigo).

Das Ergebnis dürfte dann etwa so aussehen (nachdem man zum Schluss ein paar Monate Färbepause gemacht hat, um rekordverdächtige Ansätze zu erzielen):
Ombrekopp vorherOmbrekopp vorher2

(Wer sich über meine Gesichtsfarbe im rechten Bild wundert: Danke, mir geht’s gut, ich hab nur an den Farbreglern gespielt, weil im Original die Haarfarbe zu kräftig ausfiel.)

  1. Sodann nehme man den stärksten Aufheller, den man in der Drogerie finden kann und bearbeite die Haare damit (versuchsweise unter Auslassung des Haaransatzes).
  2. Jetzt hat man schonmal einen Farbverlauf von dunkelblond zu platinblond und orange (in der Unterwolle ein undefinierbares Rot-/Dunkelbraungemisch).

Ombrekopp mittendrin2Ombrekopp mittendrin

(Da ich ja unter chronischer Geschmacksverirrung leide, hat mir das – bis auf den dunklen Ansatz – sogar irgendwie zugesagt, und ich hab mich ein bisschen verflucht, die Ansätze nicht mitblondiert zu haben.)

  1. Als nächstes behandle man die (seltsam bröselig strohigen) Haare mit dunkelblonder Haarfarbe (und bete zu Udo Walz, dass einem der Schopf nicht auf Ohrlänge einfach abbricht).
  2. Und schon hat man einen etwas dezenteren Verlauf von (gefühlt eher mittel- als dunkel-)blond zu einem hübschen Apricot mit roten und braunen Spitzen.

Ombrekopp nachherOmbrekopp nachher2

(Die Ansätze sind übrigens nicht wirklich dunkler als der Rest, das liegt nur am Blitz.)

(Derart brutal verrauschte Bilder wie rechts (bei Tageslicht und voller Innenbeleuchtung!) kriegt man übrigens mit der… einzigartigen Canon PowerShot SX120 IS – also wer drauf steht: Kaufempfehlung!)

Mein Plan war übrigens eigentlich, aus Ansatzmüdigkeit (ich färbe mir die Haare jetzt seit über zehn Jahren) wieder dunkelblond zu werden, und, weil mir das allein aber viel zu langweilig ist, die Spitzen dann lila zu färben. Da es jetzt doch nicht so naturhaarfarben geworden ist, wie ich das gehofft hatte (rot ist ja nun auch die fieseste Haarfarbe, wenn man sie wieder loswerden will), bin ich bezüglich der lila Spitzen allerdings etwas unschlüssig. Ich könnte natürlich die Schritte 4-7 wiederholen, aber ich glaube, meine geplagten Fusseln brauchen erstmal ein Päuschen. Irgendwie gefällt’s mir auch so, wie’s jetzt ist.

(Ich hege ja den Verdacht, dass ich meine Haarfarbe(n) am liebsten mag, wenn sie jeden Farbtypenberater am meisten entsetzen würde(n) von wegen „passend zum Hautton“ etc. Àpropos, würde euch so ’ne Art Frisur-/Haarfarbenhistorie interessieren, oder ist das eher langweilig?)

Was haltet ihr von den Auswirkungen des Ombretieres auf Haarschöpfe? Und welche Färbeanschläge habt ihr schon auf euch selbst vorgenommen?

[Tag] Selbstdarstellung anhand eines kleinen Fragebogens

Sehr spät, aber doch noch, nehme ich an Miss Booleanas 10-Fragen-Tag teil. Ich glaub, die kann man noch nehmen.

1. Welchen Ort auf der Welt möchtest du unbedingt mal besuchen?

Urheber: Happolati

Ich bin von Natur aus nicht übermäßig reiselustig, was nicht heißt, dass ich nicht gern reise, wenn es sich ergibt. Aber ich habe wenig konkrete Hummeln im Hintern. Ein Ort, an den es mich allein schon aus nostalgischen Gründen („Standard“-Urlaubsort meiner Kindheit) zieht, ist Le-Grau-du-Roi in Südfrankreich. Und dann unbedingt bei Sonnenaufgang am Strand entlangreiten… Wundervoll.

2. Womit kann man dich extrem auf die Palme bringen?
Indem man mir physisch zu nahe kommt. Gut, dass die Gedanken frei sind, sonst säße ich schon längst mehrfach lebenslänglich hinter Gittern für zahllose Totschläge an Supermarktkassen oder im Zug.
Auch ganz übel: Mich nicht ernst nehmen, wenn ich eh schon sauer bin.

3. Bist du ein Apple-Fan, Windows-Jünger oder Unix-Anbeter?
Weder noch. Apple ist mir völlig suspekt wegen dieser „Wir verkaufen keine (überteuerten) Produkte, sondern ein Lebensgefühl„-Geschichte, über Unix weiß ich quasi nichts. Bleibt also nur Windows. Als Jünger würde ich mich aber keinesfalls sehen. Ich nutze auch andauernd Taschentücher, einen Fanclub würde dafür deswegen aber noch längst nicht gründen.

4. Hast du schon Mal einen Manga gelesen oder einen Anime gesehen?
Mir ist einmal so ein eigentümlicher Comic untergekommen, der von hinten nach vorne gelesen werden musste. Wird wohl ein Manga gewesen sein, ist mir aber nicht besonders im Gedächtnis geblieben. Ich bin da schon eher der „Lustige-Taschenbücher“-Freund. (Schon gut, liebe Mangafans, packt die „Wie kann die das vergleichen?!?!?!?!“-Transparente wieder ein, jedem das Seine.)

5. Was ist deine Nr. 1 – Beauty-Abhängigkeit? (Alternativ Food)

Mimi

„Ich bin nicht dick, die Natur hat mir nur etwas zu viel Körper zu meinem Kopf spendiert.“

Abhängig bin ich eigentlich eher von anderen Dingen (Internet, Nikotin, Mimi, sowas halt). Ansonsten muss ich wohl den Nagellack aufgrund meiner ausgeprägten Sammelleidenschaft (ich kaufe selbst in Zeiten, in denen ich mir die Nägel quasi nie lackiere, trotzdem weiter Nagellack… -.-) nennen. Und würde mir mein Abdeckstift abhanden kommen, wäre ich auch etwas unfroh.
Essenstechnisch habe ich so meine Phasen, in denen ich tage-, z.T. sogar wochenlang dasselbe immer wieder esse. Momentan ist das nach einer 99%-Vegan-Episode Spiegelei auf Toast. Zwei Stück, beidseitig leicht kross gebraten mit noch wachsweichem Eigelb, leeecker…
Ich muss mal kurz in die Küche…

6. Ohne was gehst du nie aus dem Haus?
Ganz wichtig, gerade bei den aktuellen Temperaturen: Kleidung. Immer gut: Schlüssel. Leider nötig, weil’s nicht allein sein kann: Hund. Und Taschentücher, weil meine Nase permanent für irgendwelche Marathons (klingt doof, heißt aber so, s. Duden) übt.

7. Was ist dein Lieblingsfilm?
Pan’s Labyrinth. In der Kurzfassung würde ich den Film als ziemlich düsteres Märchen beschreiben. Melancholische Grundstimmung und Ästhetik, zwischendurch brutal, aber eben doch märchenhaft. Es geht um ein Mädchen, das in Zeiten des spanischen Bürgerkriegs mit ihrer schwangeren Mutter zu einem kaltherzigen und -blütigen Stiefvater, einem Hauptmann, zieht. Neben dem Kampfesgeschehen und der schwierigen Schwangerschaft wird das Mädchen von einem nicht unbedingt vertrauenerweckenden Pan/Faun angeleitet, diverse Prüfungen zu bestehen, um zu beweisen, dass sie eine Prinzessin aus einem unterirdischen Reich sei, das sie einst aus Neugier verlassen habe.
Und wenn’s etwas fröhlicher sein soll: Big Fish. Auch so eine Art Märchen, aber heiterer. Allerdings nicht auf die Friede-Freude-Eierkuchen-Wir-haben-uns-alle-lieb-Schiene zu setzen. Ist schließlich ein Tim Burton®. Die Rahmenhandlung liefert der Konflikt eines Vaters, der ein notorischer Geschichtenerzähler ist und durch selbige alle Aufmerksamkeit auf sich zieht, mit seinem Sohn, der davon über die Jahre völlig entnervt ist und seinen Vater kaum mehr ernst nimmt. Die vielen Geschichten und Abenteuer tragen zur Fröhlichkeit des Films bei, und auch der Konflikt wird noch gelöst.

8. Welche Fremdsprachen sprichst du?
Sprechen eigentlich nur englisch. Ich hatte zwar recht lange Französischunterricht, da ich aber sehr lernfaul war und es nun schon einige Jahre her ist, reicht’s zum Sprechen leider nicht wirklich.

9. Welche (Landes)Küche magst du am liebsten?
Ohweia. Egoisch. :mrgreen: Am ehesten wohl mediterran – bis auf das Fischgedöns.

10. Warum bloggst du?
Weil ich nichts Besse Weil ich gerne Blogs lese (irgendwann wurde dann so ein „Och, das könnt ich doch auch mal machen“ in mir laut) und gern meine Meinung zu Unwichtigkeiten öffentlich ausbreite. Und dann noch gern die Meinungen Anderer zu diesen Unwichtigkeiten oder aber zu meiner Meinung zu jenen Unwichtigkeiten in Erfahrung bringen will. Alle Klarheiten erfolgreich beseitigt? 😉

Meine 10 Fragen lauten:
1. Hast du Haustiere, und wenn ja, warum?
2. Warst du wählen? (Ihr wisst ja noch, diese große Volksabstimmung da letztens.)
3. Was ist deine Lieblingsmusikrichtung? (Mehrfachnennungen möglich)
4. Wie ist dein Verhältnis zu Wärmflaschen?
5. Was war dein schönstes/witzigstes/seltsamstes/sonstwie außergewöhnliches Festivalerlebnis? (Alternativ, falls du noch auf keinem warst: Warum nicht?)
6. Magst du Käse und Marmelade zusammen?
7. Wie stehst du zu Tattoos und Piercings?
8. Wie lange brauchst du zum Einschlafen?
9. Welche moderne Errungenschaft würdest du nicht vermissen, wenn sie nicht erfunden worden wäre?
10. Bist du eher der Großstadt-, Kleinstadt- oder Dorftyp?

Beantwortet hätte ich die gerne von
Tüdellütti
Nebo
Girl Anachronism
Marina (Lacquediction)
und, weil’s schon so lange her ist, darf auch Miss Booleana nochmal ran, wenn sie will.
Natürlich darf sich auch jeder andere, der sich berufen fühlt, die Fragen (wahlweise auf dem eigenen Blog oder hier in den Kommentaren) beantworten. Also haut in die Tasten. 🙂

Neues aus der Anstalt

Hallo Welt,

es gibt mich noch. Aus mehreren Gründen scheint das verwunderlich, exemplarisch soll dafür die Schilderung einer nächtlichen Begebenheit in der 3er-WG, in die ich vor wenigen Wochen gezogen bin, dienen:
Zum besseren Verständnis sei vielleicht kurz ausgeführt, dass sich diese WG aus einem Urzeitmieter zusammensetzt. Danach kommt lange nichts. Dann wir, das heißt, die 23jährige australische Sprachschülerin Trudy (neuerdings aufgrund ihrer ausgeprägten Germanophilie umbenannt in Trüdi), mein Hund und ich.
Jener Urzeitmieter ist 50 Jahre alt und Künstler, genauer gesagt Musiker, kann aber auch sehr passabel malen und zeichnen. Sonst kann er nichts, wenigstens sozial betrachtet. Das allerdings weiß er meistens hervorragend zu kaschieren, bis dann zwischendurch immer heftigere Ausfälle auftreten, in denen er eher einem tyrannischen Despoten mit extremem Hang zu Doppelbindungskommunikation und Kontrollsucht ähnelt. Um es mal freundlich zu formulieren. Diese Ausfälle sind höchstwahrscheinlich seiner chronischen und durchaus bemitleidenswerten Überforderung mit der Gesamtsituation (aka „Leben“) geschuldet. Was mein geschundenes Herzkreislaufsystem nicht daran hinderte, mehrmals kurzzeitig aus Gründen der Angst den Dienst zu quittieren.

Dieser Mitbewohner, der für die lange Zeit, die er schon Deutschland als seinen Wohnort benennen kann, bemerkenswert schlecht verständlich diese unsere Sprache hervorwürgt, lässt uns (wir erinnern uns: Trüdi, Mimi und mich) nur aus finanziellen Gründen in SEINEM Territorium überleben, was womöglich auch erklärt, warum er meinem Besuch aus Gründen des zu hohen Wasserverbrauchs durch die extra anfallenden Toilettenspülungen Hausverbot erteilen zu können gedachte und die Waschmaschinenbenutzung auf einmal im Monat reduzieren wollte. Begründet wurden diese seine Ansinnen nicht spezifisch, sondern lediglich mit dem mindestens zweimal am Tag hervorgebrachten Universalargument „Ich habe finanzielle Probleme, große Probleme, du weißt das, du bist damit einverstanden, sonst wärst du nicht hier, ich will keinen Stress, ich will nur meine Ruhe, ich will nur meine Ruhe, ich will keinen Stress“ (im Übrigen sei dies wohl auch der Trennungsgrund von der Mutter seines Kindes gewesen).
Selbstverständlich wurden diese von mir freundlicherweise als Vorschläge aufgefassten Wunschäußerungen nicht befolgt, was zu einem mehrtägigen kriegsähnlichen Zustand führte. Seither bemühe ich mich um meines Überlebens willen zumindest, den Wasserkocher nur einmal täglich und 90% der Badbeleuchtungsinstallationen nie („Wir sind jung, wir brauchen solchen Luxus nicht“) zu benutzen.

Wenn ich also aus dem nahezu stockdusteren Badezimmer
trete, bleibt mir nur ein Lichtblick: Trüdi. Niedlichkeit bis in die Zehenspitzen und eine schier unbändige Begeisterung für Deutschland samt deutscher Sprache. Von ihr durfte ich erfahren, dass ALLE Deutschen 1. rauchen, 2. Architekten sind oder werden und 3. vor allem unglaublich klug sind. Der nur Marihuana rauchende Musiker ist von Hause aus Chilene und darum nicht in der Lage, an diesem Bild zu rütteln.
Diese ihre Naivität erlaubt es mir auch, darüber hinwegzusehen, dass sie neben Deutschland viel Liebe für die Kaffeehauskette Starbucks® (sie ist seit wenigen Tagen vor Stolz beinahe platzende Besitzern der Starbucks®-Card) und ihr im Vergleich zu einem ordinären Laptop als schier göttlich anzusehendes MacBook (Air!) empfindet. Nur für sie habe ich einen TkMaxx (grauenvoll) betreten und mich dort sogar noch in ein Dirndl (mir fehlten Luft, Brüste und Worte) gezwängt.

Diese Mitbewohnerin also war gestern widerwillig feiern, hat mindestens ein Bier zuviel erwischt und nebenbei einen entfernten Vertreter männlichen Geschlechts mit in die Wohnung des Chilenen gebracht. All das wurde mir schlagartig um sieben Uhr morgens klar, als sich neben mir im Bett nicht mein Hund, sondern ein Mensch mit Kurzhaarfrisur befand, der friedlich unter meiner Bettdecke schlummerte. Vollkommen überzeugt, es müsse sich entweder um eine Halluzination handeln (obwohl sich seine Körperwärme wirklich frappierend real anfühlte) oder sonstwie alles mit rechten Dingen zugehen, bat ich meinen besten Freund, der legitimerweise auch bei mir, nicht aber in meinem Bett nächtigte, um Erklärung:
„Freund? Freuuuund?“ –
„Hm?“ –
(ich hatte einen Arm in die Luft gestreckt, wie damals in der Schule, und knickte nun im Handgelenk ein, um auf die unerwartete Persona non grata zu zeigen) „Wer IST das?“ –
„Hm?“ (er hatte natürlich noch die Augen geschlossen und war nicht gänzlich in der Lage, mir mental zu folgen) –
„Hier, der hier, in meinem Bett! Da liegt doch wer außer mir, oder? Guck mal bitte.“

Nun rieben sich beide, der Junge und der Mann, verschlafen die Augen, der Mann versuchte, sich einen Reim auf den Anblick des Extrapaars Beine in meinem Bett zu machen, der Junge schaute mich verschlafen an. Mein Hund, der sich schon wiederholt in vollkommen ungünstigen Augenblicken als Wachhund hervorzutun versucht hatte, blieb seinem Motto treu, wirklich nur dann wachhündisch tätig zu werden, wenn nicht das geringste Quäntchen an Erfordernis bestünde, und schnarchte friedlich und selig zu Freunds Füßen.
Ich, mittlerweile bei dem Gedanken angekommen, es müsse sich hier um einen Fehler in der Matrix handeln und ich sollte mich möglichst schnell wieder um Schlaf bemühen, um das Auftauchen der Agenten Smith nicht zu bemerken, war des Sprechens noch nicht wieder fähig geworden, weshalb Freund die weitere Korrespondenz mit der menschgewordenen Eigentümlichkeit zu führen hatte:

„Was machst du denn hier?“, fragte er in verwirrt-freundlichem Ton, „Und wie bist du hier reingekommen?“
„Durch die Tür“, antwortete der Jüngling mit einer Selbstverständlichkeit, die zu implizieren schien, dass damit alles gesagt sei und er sich wieder dem Schlaf zuwenden könne. Ich hatte ihm mittlerweile meine Bettdecke entrissen, allein schon, weil es meine war, und dadurch offenbart, dass seine gesamte Kleidung nur aus einer blau-türkis-karierten Boxershorts bestand.
„Du bist sicher durch die Tür gekommen, nicht etwa durchs Fenster reingeklettert?“ (Ein sinniger Gedanke, wie ich anerkennen musste, da sich mein Zimmer im Erdgeschoss und das Fenster im maximal geöffneten Zustand befand. Kurz war ich versucht, den Eindringling als Einbrecher zu betrachten und unter animalischem Gebrüll aus meinem Bett zu treten. Allein Freunds immer noch sehr freundlicher Tonfall hielt mich davon ab. Der macht das schon, dachte ich mir und wartete ab.)
„Nein, nein, ich bin durch die Tür gekommen…“ Der Jüngling blickte sich langsam verwirrt um, „War wohl die falsche Tür, was?“
„Bist du sicher, dass du überhaupt in der richtigen Wohnung bist?“
„Ja schon… Ich war doch nur kurz auf der Toilette… und dann bin ich wieder ins Bett gegangen. Welche Tür hätte ich denn nehmen müssen, die daneben?“
„Genau, nimm mal die daneben“, schlug Freund vor. An dieser Stelle intervenierte ich mit einem „Oh, das ist glaub ich keine gute Idee“ und machte damit Freunds diabolischen Plan zunichte, den Jungen in das Zimmer des selbsternannten Hauptmieters zu lotsen. Im Nachhinein ärgere ich mich sehr über mich, aber ich verfügte nunmal schon immer über eine recht lange Leitung. Sich darüber erneut aufzuregen, wäre so sinnvoll wie der Sonne vorzuwerfen, dass sie die Erde bestrahlt.
Freundlich und hilsbereit brachte ich also endlich Trudy ins Spiel, was mit einer milden Erleuchtung seitens des männlichen Nachwuchses beantwortet wurde und erläuterte ihm den Weg in sein Bestimmungszimmer, was dieser mit einem „Ach so… Tschüss dann“ quittierte und endlich verschwand. Durch die Tür.

Der, dessen Name nicht genannt werden darf, schalt kurz mich, dass ich seine Absichten so nachhaltig durchkreuzt hatte, dann den immer noch friedlich schlummernden Hund für sein klägliches Versagen als selbsterwählter Wachhund. Ich wunderte mich noch kurz darüber, dass der Eindringling nicht spätestens über den im Vergleich zu Trudys Räumlichkeiten wesentlichen komplizierteren und sehr verschlungenen Weg von der Tür ins Bett erwacht war. Freund schlug vor, dass dies wohl einer gehörigen Ethanolintoxikation geschuldet sei. Als ich mich kurz danach ins wie immer schlecht beleuchtete Bad aufmachte, versicherte mir der beißende Geruch von Erbrochenem den 1000promilligen Wahrheitsgehalt dieser Theorie.

Wer bis hierher durchgehalten hat, den möchte ich herzlich bemitleiden. Die obigen Ausführungen sollten eine milde Andeutung enthalten, warum ich in der letzten Zeit (neben Problemen mit dem Internetanschluss) so wenig zum Publizieren gekommen bin und außerdem andere Prioritäten hatte als das Lackieren meiner Fingernägel, wenn dies nicht durch einen nervös bedingten Tremor schon physiologisch eine Unmöglichkeit darstellte.
Eine frische Maniküre ist nämlich beim Putzen der Toilette doch eher hinderlich.

Zum Schluss nur drei Fragen:
0. Bist du deutsche/r Staatsbürger/in?
1. Bist oder warst du nikotinsüchtig?
2. Bist du Architekt/in und/oder gedenkst es zu werden?
3. Wie hoch ist dein IQ? (Profitipp zur absolut zuverlässigen Ermittlung: Blutdruckmessgerät anschließen, auf Auswertung warten und per Zufallsprinzip eine der beiden Zahlen wählen.)

How To NOT: Kuchen im Glas

Wenn ich mir mal nicht gerade die Nägel lackiere, schlafe, Hund ärgere oder seltsame Dinge mit Tesa veranstalte, stelle ich gern Experimente in meiner Laborküche an. Manchmal mit gar tragischem Ausgang.

Kuchen im Glas

So schön kann das aussehen, Bild von Schnappschnuess

Letztens allerdings war ich guter Dinge, etwas relativ Lustiges fabrizieren zu können: Kuchen im Glas, der Inbegriff der Originalität für die Hausfrau von Welt. Und als solche konnte ich mich dieses Trends, der da durch Funk und Fernsehen* geistert, nicht länger verweigern.
(*in Wirklichkeit habe ich noch nichts in der Flimmerkiste darüber gesehen, finde aber, dass F&F sich so viel besser macht als immer dieses Internetz, von dem da dauernd die Rede ist)

Gedacht, getan, ein Rezept war schnell gefunden und ich machte mich ans Werk. Jetzt ist es aber so, dass ich chronisch unfähig bin, mich an Rezepte zu halten, und so wurde aus Weißmehl Vollkornmehl, der Zucker zur Hälfte durch Stevia er- und der Teig noch mit Waldbeeren versetzt.
Misslungener Kuchen im GlasWas zur Folge hatte, dass die Masse
1. trotz wiederholten guten Zuredens nicht wesentlich an Volumen zunahm und
2. erst nach einer Stunde Backzeit bei zunehmend höherer Temperatur – und unter nicht wiedergabefähigen verbalen Ausbrüchen der Backenden – einigermaßen durch war (die Bäckerin dafür umso mehr).Misslungener Kuchen im Glas
Ich komme also zu dem Schluss (und ich hätte wahrhaft nie für möglich gehalten, dass ich das mal sagen würde), dass es manchmal, ab und zu, möglicherweise und nach reiflicher Überlegung und gründlicher Abwägung sämtlicher Fakten doch unter Umständen angeraten sein kann, eine Koch- oder Backanleitung weitestgehend oder doch zumindest in größeren Teilen zu befolgen…

Welch schändliche Schmach für mein Experimentalisten-Ego.

Ist es euch schon einmal gelungen, dieses Gebäck im Glasgefängnis herzustellen? Und befallen euch bei vermeintlich strikten Anleitungen auch gelegentlich rebellische Anwandlungen? Und wenn ja: Mit welchen Folgen?

{Creme} Little Helper: L’Occitane Beurre de Karité

Ein paar Worte vorweg.. Frohes Neues Jahr! Immerhin ist noch Januar, ne? Hier herrscht seit ein paar Wochen Stille, bedingt durch die Abwesenheit der wunderbaren Ego – und meiner Wenigkeit. Nachdem ich die ersten Wochen des neuen Jahres wegen einer üblen Geschichte in der Reha verbracht habe, war für Bloggen wenig Platz.. aber: Dinge werden sich ändern. I’m back in Bloggin‘-Town, Ladies! Wenn auch heute erstmal mit einer Kleinigkeit. Mehr kommt! Versprochen.

KariteNeben diversen anderen Schmerzen plagt mich seit Tagen eine fiese, miese, dreckige Erkältung. Eine von der Sorte, bei der man in einen völlig ruhigen Vorlesungssaal hinein laut HAATSCHI brüllt und alle sich umdrehen. Danke auch.

Nachdem es mich ausgerechnet während des Schneechaos vom vorletzten Wochenende nach Paris verschlagen hatte (nicht die Stadt meiner Träume, Ladies, wirklich.. warum können meine Freunde nicht woanders wohnen?) und meine Nase eher einer Schürfwunde als einem Riechorgan glich, musste Hilfe her. Zitternd vor Kälte habe ich mein Wartezeit am Gare de l’Est (‚Wo bleibt bloß dieser verdammte Zug? Oh, ein L’Occitane mit Sale!‘) mit der Suche nach Abhilfe verbracht.

Gefunden habe ich diesen „Little Helper“ bei L’Occitane. Bezahlt habe ich ungefähr 7 Taler für 8 ml reine Karitébutter. Das Döschen ist winzig, wird aber mindestens eine Ewigkeit lang reichen – man braucht ja nicht viel. Etwas zwischen den Handflächen erwärmen, auf die Riechwunde schmieren, und ahhhh.. Erleichterung. Paßt in jede Handtasche, gut für Unterwegs, und man kann damit bestimmt auch Türen ölen.

Leider ist es weder Bio noch Fair-Trade, (und eigentlich kaufe ich bei L’Occitane nie was außer ihrem Solid Perfume Thè Vert – Blogbeitrag wird folgen) was mich etwas wurmt – aber wenn man nachts auf einem eisigen Bahnhof verzweifelt einen Zug herbeisehnt macht man doch Abstriche, ne? (Der Zug kam übrigens zwei Stunden später und hatte dann nochmal Verspätung. Anschlüsse? Welche Anschlüsse? Nie gehört.. )

In diesem Sinne: Bis hoffentlich bald, und bleibt schön gesund..

*Fayet

Mädchenkram

Meine hochgeschätzte Mit-Autorin macht ihre Sache hier hervorragend (sollte sowas existieren, hat sie sich redlich den Titel „Beste Nachwuchsbloggerin aller Zeiten“ verdient, findet ihr nicht auch?), nichtsdestotrotz ist es mir ein Bedürfnis, meine Blog-Abstinenz kurz zu unterbrechen.

Weil ich aber ein faules Stück bin und mir die ganze Foto-Arbeit (runterladen, bearbeiten, hochladen, einbinden, ihr wisst schon) gerade viel zu aufwändig ist Um mal wieder „was Anderes“ zu veröffentlichen, gibt’s heuer einen schon vor Urzeiten ausgefüllten, aber lethargisch auf der Festplatte schlummernden Tag. Back to the roots, und so.
Woher ich ihn habe, weiß ich nicht, wohl aber, wie er heißt: Girly-Tag. Ja, ernsthaft. Als *hust* anständige *röchel* Beautybloggerin ist es mir eine Pflicht, mich mit solcherlei Dingen zu beschäftigen. Also dann mal ran an die Buletten:

1. Ist es niedlich, wenn dich ein Junge auf die Stirn küsst?
Na sicher. „Junge“ ist ein Kind bis Teenie, da kann das nur niedlich sein.

2. Ein großes weites Kleid oder ein kurzes Party-Kleid?
Kommt drauf an, zu welchem Anlass. Prinzipiell aber lieber Letzteres, in ’nem großen weiten Kleid käm‘ ich mir wahrscheinlich wie ’n Fettsack und/oder zu damenhaft vor.

3. Würdest du dich über einen Liebesbrief freuen?
Sicher. Aber bitte von niemandem, vor dem ich bis dato Respekt hatte, denn das würde ihn wahrscheinlich zunichte machen.

4. Gruppendates oder Einzeldates?
Am besten gar keine „Dates“. Treffen unter ’ner bestimmten „Zukunftsbeziehungsvoraussetzung“ sind mir zu gezwungen.

5. Hasst du es, wenn sich Männer in der Gegenwart ihrer Freunde anders verhalten?
Anders als…?

6. Sind Diamanten die besten Freunde der Frauen?
Klar. Wenn man nicht in der Lage ist, Beziehungen zu irgendwas, das atmet und bestenfalls noch mit dir kommuniziert, zu führen, ist das bestimmt ’ne super Alternative.

7. Trägst du dein Haar offen oder zusammen?
Eigentlich gerne offen, seit Frisurveränderung und damit verbundener beständiger Bad-Hair-Weeks aber meistens als Zopf.

8. Glättest du deine Haare?
Nur die auf dem großen Zeh. O.ô

9. Welches ist dein Lieblings-Frauenmagazin?
Äh… Die einzigen Magazine, die ich hin und wieder lese, sind Computerzeitschriften. Gildet das?

10. Welche ist deine Lieblings-Mascara?
Gucken wie 7 Tage Regenwetter. Ach, ich hab‘ Maskerade gelesen, wie dumm von mir.

11. Lässt du deine Fingernägel machen?
Nö, die wachsen, brechen und verdrecken ganz von selbst.

12. Große oder kleine Taschen?
Groß. Platz.

13. Was sind deine Must-Haves in der Handtasche?
Reißverschlüsse.

14. Jeans oder Röcke?
Jeans-Röcke. Ätsch.

15. Trägst du Klamotten, Schmuck oder Schuhe, die unbequem sind?
Ungern. Kommt aber vor.

16. Schreibst du viele SMS?
Definiere „viele“. Ich lieg‘ bei ca. 1 pro Tag, so im Durchschnitt.

17. Was würdest du tun, wenn du jetzt schwanger werden würdest?
Mich schwer wundern. Und anfangen, die Sache mit der unbefleckten Empfängnis nochmal zu überdenken.

18. Was ist deine Lieblings-Farbe?
Grüüün. Und lila.

19. Highheels oder flache Schuhe?
Flach. (Sind Plateauschuhe nicht sogar beides? Die Hacken sind ja hoch überm Boden…)

20. Hast du jemals bei einem romantischen Film geweint?
Romantische Filme lösen bei mir Würgreiz aus, im fortgeschrittenen Stadium kann da auch schonmal die ein oder andere Träne fließen.

21. Würdest du das Haus ohne Make-Up verlassen?
Nein. Nicht im Konjunktiv. Ich tue es jeden Tag.

22. Walmart oder Target?
Wer, warum oder was ist Target?

23. Trägst du Hemden/Blusen mit Kragen?
Manchmal in die Umkleidekabine, aber selten bis zur Kasse.

24. Magst du Schönlinge?
Nicht im Geringsten. Ich will ’nen Mann mit Haaren auf der Brust, im Gesicht, am Sack und wo immer es ihm gefällt. Der darf sich ruhig auch pflegen, aber glattgebügelte Schnösel mag ich nicht. Nicht mal kennenlernen. Ja, ich verurteile Menschen wegen ihrer Optik.

25. Bist du verdorben?
Wer, der schonmal mit der Realität zu tun hatte, nicht?

26. Denkst du Lipgloss ist das Beste?
Nein. Nein nein nein. Lipgloss ist für mich mit das Widerlichste, was es gibt. Uaaaah… *schüttel*

27. Hast du große Sonnenbrillen?
Nein. Ich besitze genau eine Sonnenbrille, deren Aufenthaltsort ich schon seit Jahren nicht mehr kenne, weil ich bei Sonne eh vergesse, sie aufzusetzen. Nasenfahrräder in meinem Gesicht nerven mich gewaltig. Und große Sonnenbrillen find‘ ich ganz besonders schlimm.

28. Wie lang brauchst du, um dich morgens fertig zu machen?
Definiere „morgens“.

29. Magst du es, Verbände/Pflaster zu tragen?
Nein. Nervt. Und heißt, ich bin verletzt – nervt noch mehr.

30. Magst du Skaterboys?
Ohjaaaa, ich <333333 Sk8terbois!!!!!!!!!!!!1111111elfelfelf

31. Gold oder Silber?
Silber.

32. Magst du es, Blumen zu bekommen?
Ja. Sowohl Sprichwörtliche als auch Materielle.

33. Magst du Surfer?
Nicht prinzipiell, aber auch nicht prinzipiell nicht. O.ô

34. Machst du dich auch im Urlaub hübsch?
Da halt‘ ich’s wie zu Hause: Wenn mir danach ist. Was selten der Fall ist.

35. Magst du es, Kleider zu tragen?
Geht. Da die Dinger naturgemäß unten offen sind, empfiehlt sich der Schneidersitz nur bedingt, das stört etwas.

36. Auf einer Skala von 1 – 10, wie sehr verwirren dich Jungs?
0.

37. Hast du in den letzten 48 Stunden mit einem Jungen rum gehangen?
Wer hat bitte diesen Fragebogen geschrieben? Irgendwie fühl‘ ich mich grad sehr alt.

38. Trägst du Lippenstift?
Gerne mal von A nach B, auf den Lippen seltenst.

39. Würdest du einen Jungen daten, der kleiner ist als du?
Nein, keinen Jungen. Nein, nicht daten (s. Frage 4). Und kleiner als ich – ungern, aber nicht ausgeschlossen.

40. Magst du Händchenhalten?
Nur, wenn meine Hand die Hintere ist. Weiß jemand, was ich meine? Die andere Handhaltung kann ich nicht ausstehen.

41. Was wäre das jüngste Alter eines Jungen, den du daten würdest?
Ich wiederhole mich nur ungern, aber: s. Frage 39 und 4.

42. Was wäre das älteste Alter eines Jungen, den du daten würdest?
Okay, der Einfachheit halber definiere ich „Junge“ jetzt mal kurzerhand in „Mann“ um, sonst fällt ja hier die Hälfte aller Fragen raus. Und übers „Daten“ sehe ich auch gnädig hinweg, und gebe die beste aller Antworten: 42.

43. Auf was achtest du als Erstes, wenn du einen Jungen triffst?
Wie bei jedem Menschen: Wenn er/sie/es keine neonfarbenen Klamotten trägt oder andere wirklich ins Auge stechenden Merkmale mitbringt, dann das Gesamtbild. Dann das Gesicht. Und dann die Art, wie er/sie/es spricht.

44. Ist es sexy, wenn Jungs schwitzen?
Unter laufender Dusche möglicherweise.

45. Was ist das Beste, was ein Mann haben kann?
Empathie, Selbstsicherheit, Ironie, Lebenserfahrung.

46. Magst du es, Blickkontakt zu haben?
Alles Andere wäre bedenklich.

47. Hast du dir jemals dein Hochzeitskleid oder deine Hochzeit vorgestellt?
Mein Hochzeitskleid muss grün, lila oder rot sein, mehr weiß ich nicht. Ah, und der zu heiratende Kerl sollte was taugen.

48. Würdest du für Schokolade töten?
Kommt ganz drauf an, wen.

49. Versuchst du den ganzen Tag/Nacht für einen Mann toll auszusehen?
Nö. So viel Zeit würde ich für niemanden nur zum Aufhübschen verschwenden, nicht mal für mich selbst.

50. Auf einer Scala 1-10, wie viel Spaß ist Shopping?
3 bis 6.

51. Flippst du aus, wenn du eine deiner Lieblings-TV-Sendungen verpasst?
Ich sag‘ nur ein Wort: Internet.

52. Schreist du viel?
Frag Hund. Wenn sie sich vom Hörsturz erholt hat.

53. Trägst du Jogginghosen oder Pyjamas zur Arbeit?
Selten.

54. Hast du dich schon einmal untypisch für dich gekleidet, nur um einen Jungen zu beeindrucken?
Alles, was ich im Hinblick auf mein Äußeres tue, tue ich für mich selbst. Durchaus auch, um mich in Anwesenheit Anderer wohler zu fühlen. Aber untypisch kleiden passt da nicht.

55. Schreibst du viele schnulzige Liebesgedichte?
Sollte ich auch nur ein Einziges schreiben, ist es mir jeder, der mich auch nur ein bisschen mag, schuldig, mich auf der Stelle zu exekutieren.

56. Ohne welches Kosmetik-Produkt könntest du nicht leben?
Seife. Oh, und Deo.

57. Verliebst du dich schnell?
In Momente, Atmosphären, Stimmungen, Anblicke, Tiere und Lieder ja.

58. Hast du Krämpfe im Moment?
Äh… Hä? Schreikrämpfe krieg‘ ich gleich, sonst geht’s, danke der Nachfrage.

59. Findest du dich schön?
Manchmal ja, meistens nein.

Fazit: Entweder stecke ich im falschen Körper, oder ich bin alt. [Theatralisch verzweifelt:]HABE ICH ÜBERHAUPT EINEN PLATZ IN DIESER WELT?

Ich entschwinde wohl doch besser wieder ins Exil. Getaggt fühlen darf sich, wer immer sich mal mit dem Mädchen in sich näher auseinandersetzen will.

{Altera} Knecht Ruprecht hat nen‘ Morgenstern

BrutalesWeihnachten

Fröhliches Raten am 2. Advent! Was ist das hier…?

a) Aus einer fernen Galaxis gekommene Wesen, die hier bald aus ihren roten Kampfsternen steigen und die Erde erobern werden. Vorher saugen sie noch dem Baum alle Kraft aus den Pflanzenadern

b) Aus dem 2. Weltkrieg übrig gebliebene Streubomben. Sowas findet man häufig in deutschen Städten, kennst Du das etwa nicht?

c) Knecht Ruprechts Ninja-Morgensterne. Warst Du auch schön artig…?

Und die richte Antwort ist – Trommelwirbel bitte! – natürlich c! Horch was kommt von draußen rein..

Realistisch betrachtet ist das hier die Manifestation dessen, was meine Stadt sich unter „Weihnachtsdekoration“ vorstellt. Überall hängen diese Alptraumsterne, und es gibt noch weit größere als diese. Sie leuchten im Dunkeln rot, und jedesmal, wenn ich unter so einem schwankenden Ungetüm durch muss hoffe ich auf die Fähigkeit der Stadtverwaltung, um nicht einen spontanen und höchst grausamen Tod durch Pfählung zu erliegen (dass Pfählen im Mittelalter in deutschen Städten eine durchaus verbreitete Hinrichtungsart war.. ? Nein, reden wir lieber nicht drüber.)

Herrenhuter Sterne heißen die Dinger übrigens, und sind seit dem 19. Jh. in Deutschland verbreitet. Na, dann mal Stille Nacht…

Froher 2. Advent! Gibt es in eurer Stadt auch so schaurig-schöne Dekoration? Ich bin heute übrigens in Nürnberg und Erlangen unterwegs. Mal sehen, was die so zu bieten haben!

Fayet

{Errötet} Darling, what did you do for those pearls?

They all say „Darling, what did you do for those pearls?“ What? I am a good girl!

(Good Girl – Christina Aguiliera in „Burlesque“)

DitaRouge1

Wir haben alle unsere Schwächen. Ich zum Beispiel wechsele gerne mal meinen Typ. Sich für einen Tag mtihilfe von Lack und Farbe einmal in eine andere Persona zu werfen, einen anderen Gang ausprobieren, anders lächeln – das kann im Alltag sehr erfrischend sein (oder en klares Anzeichen für diverse Geisteskrankheiten, aber, hey, im Zweifel für den Angeklagten, ne?)

Eine dieser Personen die ich gerne mal für einen Tag „spielen“ würde ist Dita von Teese. Obwohl ihre Hauptbeschäftigung, das dauerhafte Abhängen in übergroßen Martinigläsern, in meinem Beruf eher ungläubiges Staunen hervorrufen würde (mein Ruf als Diva begründet sich allein darin, auf einer Konferenz mal klassisch rote Nägel gehabt zu haben.. Ein Martiniglas würde wahrscheinlich meine Wissenschaft zum Einsturz bringen. Und für immer meinen Ruf ruinieren, natürlich), mag ich sie. Irgendwie. Dressed to the nines sieht sie aus wie ein Wesen von einem anderen Stern – irgendwie unreal. Und schön.

War ja klar, das ich trotz Naturkosmetikfummel (den seht ihr hier noch. Ehrlich!) den Rufen der Artdeco Limited Edition „Golden Vintage“ nicht lange wiederstehen konnte. Warum? Darum:

DitaRouge2Und jetzt mal ernsthaft. Seht euch das an. Seht das pink. Die Federn. Das GLITZER! (Ach so, zu klein? Moment..)

DitaRouge3Besser, ne? Gut. Also.. das Glitzern. Das Schimmern der Verführung. Nimm einen Pinsel, rühre im Pfännchen (Was? Niemals! Dann ginge ja die Prägung verloren!), stäube es Dir auf die Wangen, und prompt wirst Du zur wunderschönen SexGöttin im edlen Satinkleidchen auf Loboutins (Loubtings? Luboutins? Lobotääääns?), kein Mann wird Dir wiederstehen (nur dein Freund, der findet Rouge seltsam). Hach. HACH.

22 Taler habe ich für das gute Stück bei Douglas hingelegt. Aufgetragen hat die Dame ihn mir dort zur Probe auf einmal, was meiner Mutter den herzlichen Kommentar „Naja, könnte schlimmer sein“ entlockte. Wenn das keine positive Review ist!

Probefarbflecken habe ich keine, weil ich ihn noch nicht angerührt habe. Dazu war ich bis jetzt zu feige. (Wenn Ihr aber welche wollt und lieb fragt könnte ich mich überwinden. Unter Tränen, versteht sich.)  Er ist aber wirklich sehr schwach – ich bin leichentuchblass und selbst im Douglas-Neonlicht sieht man ihn bei mir kaum. Die INCIs erspare ich mir und euch, denn darüber will ich lieber gar nicht nachdenken. Laut goldenem Umkarton sind immerhin keine Parabene, Mineralöle oder Parfumstoffe enthalten. Wenigstens etwas.

Würdet ihr euch so eine schamlose Glitzerbombe kaufen? Oder soviele Taler für ein Dita Produkt, das eigentlich von Artdeco stammt, ausgeben? Mögt ihr Dita überhaupt? (Falls ja: Bei „Into the Gloss“ gibt es ein tolles Interview mit ihr – leider kann ich gerade nicht verlinken.) Oder findet ihr das alles doof?

Ich gehe jetzt und himmel noch ein bißchen das Rouge an.. und dann schaue ich mal, ob so ein übergroßes Martiniglas in meinen Fahrradkorb paßt. Und ob überhaupt noch Martini im Haus ist.

You know I have found – the words gone around: They all say my feet never do touch the ground. What? I am a good girl..

*Fayet

Altera.Konsum.Kosmos

Altera (Pars): Gegenstück zu Ego, in einem Netzwerk über symmetrische oder asymmetrische Beziehung verbunden. Der/Die/Das Andere. (Hat nix mit der Drogeriemarke von Rossmann zu tun, übrigens.. )

Hallo. Ich bin der/die/das Fayet. Hab ich Euch erschreckt?

Ich schwör‘, das war Egos Idee. Das ich mich hier mal austoben darf. Als Gastblogger. (Oh Gott! Noch so eine). Vielleicht erinnert Ihr euch an mich als Stalker-Kommentarschreiber vom Dienst, als der ich diverse Beautyblogs in diesem unserem schönen Internet gelgentlich heimsuche. Zum Troll hat’s bei mir noch nicht gereicht, aber wer weiß..

Und jetzt haben wir den Salat. Also Ihr. Und ich.  Aber vielleicht klappts doch mit uns? Von mir erwarten könnt ihr neben sinnlosen Kommentaren zur Weltsituation (Abteilung: Kosmos) eine ganze Menge Reviews und unqualifizierte Bemerkungen zu Kosmetik – vornehmlich Naturkosmetik, Zeug zum Draufschmieren und Auswaschen, Dinge zum Anmalen, Werkzeuge, und allem weiteren, was man für Papiergeld in unserem schönen Land so bekommt (Abteilung: Konsum). Und vielleicht verstehen wir uns ja und ich darf mich auch nach ein paar Artikeln weiter austoben (Abteilung: Altera), und ein bißchen berichten: Von meinem häufigen Rumgereise und den von dort mitgebrachten schönen Dingen, und meinem größten Manko.. ich bin, und ich kann es kaum verschweigen, von einer dunklen Macht besessen. Manchmal, bei Vollmond und noch häufiger Werktags um 8.30 bricht es bei mir aus, quasi durch die Bauchdecke (ist jedesmal eine ziemliche Schweinerei, sage ich euch): Ich bin Wer-Geisteswissenschaftler. Aber keine Angst: Wir sind zähmbar. Wir beißen nicht. Ich will doch nur spielen.

Nur eins kann ich leider überhaupt nicht gut: Photographieren. Und so träume ich von einem Beautyblog ohne Bilder und werde euch mit wahrscheinlich schlechten Produkten meiner Kamera quälen. Aber ich gelobe Besserung. Ehrlich.

Ich bin also für diesen Job völlig ungeeignet. Aber ein Argument für diese plötzliche Berufung als SchönheitsTippse hab ich dann doch.. den Blick in meinen Kühlschrank. Gähnende Leere – und das hier:

Vielleicht wirds also doch was, mit Euch und mir? Vielleicht sogar die echte, wahre, Liebe? Nicht die große, natürlich. Das bleibt Ego. All hail our queen!

Fayet, the Altera Pars